Gesellschaft

Hilfswerk: Hungersnot in Afghanistan nicht vergessen!

Lesezeit: 2 min

Die humanitäre Lage in Afghanistan droht sich weiter zu verschlechtern. In Kabul betreibt Humedica zwei Tageskliniken. Foto: humedica
Die humanitäre Lage in Afghanistan droht sich weiter zu verschlechtern. In Kabul betreibt Humedica zwei Tageskliniken. Foto: humedica

Kaufbeuren (IDEA) – Das Hilfswerk humedica (Kaufbeuren) hat dazu aufgerufen, angesichts des Krieges in der Ukraine die Not der Menschen in Afghanistan nicht zu vergessen.

Hintergrund: Laut Welternährungsprogramm leiden dort rund 23 Millionen Menschen akut Hunger – das sind rund 60 Prozent der Einwohner. Gründe sind neben anhaltenden Dürren auch der drohende wirtschaftliche Zusammenbruch des Landes seit der Machtübernahme der radikal-islamischen Taliban.

Wie der Pressesprecher von humedica, Sebastian Zausch, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, sind beispielsweise in der Hauptstadt Kabul Lebensmittel zwar durchaus verfügbar, „doch viele Menschen können sich das Essen einfach nicht mehr leisten“. Grund seien die Inflation mit teilweise Preissteigerungen von bis zu 100 Prozent. Bereits jetzt gäben Haushalte 80 Prozent ihres Einkommens nur für Nahrung aus. humedica befürchtet, dass sich die humanitäre Lage weiter verschlechtert und damit die Zahl der unterernährten Menschen und Hungertoten steigen wird.

Politik soll Hürden für Geldtransfers abbauen

Afghanische Mitarbeiter der Hilfsorganisation verteilen in Kabul regelmäßig Lebensmittelpakete an die Bevölkerung. Zudem betreibt das Werk dort zwei Tageskliniken für jährlich 25.000 Patienten.

In diesem Zusammenhang beklagte Zausch, dass Überweisungen von Geldern zur Finanzierung der Hilfe aus Deutschland nach Afghanistan nur sehr eingeschränkt möglich seien. Das sei ein großes Problem. Ohne Bargeld könnten keine Lebensmittel eingekauft, keine Gehälter gezahlt und laufende Projekte nicht fortgeführt werden. Damit Gelder nicht in die Hände der Taliban fließen, ist Zausch zufolge ein „Schutzmechanismus“ verständlich. Doch sei es dringend nötig, dass die Bundesregierung Hürden abbaue, damit Hilfsgelder einfacher und schneller ins Land gebracht werden können, forderte Zausch.

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