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Große Sorge um Spaltung unter Christen wegen Corona

06.01.2022

Der Vorsitzende des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes, Pfarrer Hartmut Schmid. Screenshot: www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.de
Der Vorsitzende des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes, Pfarrer Hartmut Schmid. Screenshot: www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.de

Böblingen (IDEA) – In der Corona-Krise gehen auch Christen in Meinungsverschiedenheiten zunehmend liebloser miteinander um. Diese Ansicht vertrat der Vorsitzende des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes, Pfarrer Hartmut Schmid (Holzgerlingen), am 6. Januar beim Jahresfest des Diakonissenmutterhauses Aidlingen. Er beobachte, dass die Corona-Pandemie „wie ein Beschleuniger“ umstrittene Themen ins Blickfeld gerückt habe, die theologisch konservative Christen – insbesondere Pietisten und Evangelikale – zunehmend beschäftigten. Dazu zählten laut Schmid der göttliche Auftrag des Staates und dessen Grenzen, die Religionsfreiheit sowie die Frage nach der Deutung der Endzeit.

Auf Dauer keine Einigung in Sicht

Seine Sorge sei, dass sich auf Dauer keine Einigung finden lasse. Auch die Frage, ob die gegenwärtige Krise mit der Endzeit in Zusammenhang stehe, müsse vorerst unbeantwortet bleiben. Die Situation erinnere ihn an das Volk Israel nach der Verschleppung nach Babylon im 6. Jahrhundert vor Christus, wie es im biblischen Buch des Propheten Jeremia beschrieben werde. Während Jeremia den Israeliten 70 Jahre Exil angekündigt habe, sei sein Konkurrent Hananja mit dem Versprechen aufgetreten, dass es nur zwei sein würden. Damals wie heute hätten die Menschen keine andere Wahl als abzuwarten, wer am Ende Recht behalte. Unabhängig von „politischen Entscheidungen und deren Konsequenzen“ gelte auf der geistlichen Ebene jedoch der Auftrag, einander anzunehmen.

Die Krise zur Begegnung mit Gott nutzen

Krisen seien häufig Rückführungen in eine Situation, „in der es zu einer neuen Gottesbegegnung kommen“ könne, wie Schmid außerdem sagte. Wenn eine Erneuerung der Beziehung zu Gott gelinge, könne die Gemeinde selbst in Krisen- oder Verfolgungszeiten wachsen. Schmid ermutigte außerdem, für Regierungen, Wissenschaftler und Virologen zu beten. Dazu müsse man nicht mit ihnen übereinstimmen. Auch der Apostel Paulus habe schließlich zum Gebet für die Obrigkeit des Römischen Reiches, in dem Christen verfolgt wurden, aufgerufen.

219 Schwestern bilden die Dienstgemeinschaft

Zum Jahresfest waren rund 150 Besucher in die Kongresshalle nach Böblingen gekommen. Das Treffen mit persönlichen Zeugnissen und Berichten von der Arbeit des Diakonissenmutterhauses wurde außerdem nach Villingen-Schwenningen, Großbottwar (bei Ludwigsburg), Hagen und Brandenburg an der Havel übertragen.

Mehr als 800 Teilnehmer verfolgten die Übertragung per Livestream von den heimischen Bildschirmen aus. Außerdem bestand am Nachmittag die Möglichkeit, telefonisch mit mehreren Diakonissen zu sprechen oder zu beten.

Das Diakonissenmutterhaus wurde 1927 von Christa von Viebahn (1873–1955) gegründet. Die heute 219 Schwestern bilden eine verbindliche Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft. Sie tragen eine einheitliche Tracht als Zeichen der Zusammengehörigkeit und als erkennbares Signal der Bereitschaft, Gott und den Menschen zu dienen. Die Schwestern sind vor allem in diakonischen Einrichtungen, Schulen und Kirchengemeinden tätig.

In der Zentrale in Aidlingen betreibt die Schwesternschaft eine Bibelschule und bildet Hauswirtschafterinnen aus. In Württemberg gibt es etwa 25 „Aidlinger Kreise“, deren Besucher sich regelmäßig zum Bibelstudium treffen. Vierteljährlich erscheint der Bibellesezettel „Zeit mit Gott“ mit einer Auflage von rund 30.000 Exemplaren.

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