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Forderung nach Erdbeben: Sanktionen gegen Syrien aussetzen

13.02.2023

Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens vom 6. Februar ist inzwischen auf über 35.000 gestiegen. Foto: unsplash.com
Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens vom 6. Februar ist inzwischen auf über 35.000 gestiegen. Foto: unsplash.com

München/Frankfurt am Main/Beirut (IDEA) – Nach dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet wird der Ruf lauter, die Sanktionen gegen Syrien zu lockern oder auszusetzen, um die humanitäre Hilfe zu erleichtern. Die USA und die Europäische Union hatten nach Beginn des Bürgerkriegs 2011 im Land Sanktionen verhängt, um Machthaber Baschar al-Assad die Einnahmequellen zu entziehen.

Das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (München) richtete einen Appell an die USA und die Europäische Union. „Es ist unsere Pflicht, der leidenden Zivilbevölkerung zu helfen. Besonders die christliche Minderheit droht zu verschwinden. In ihrem Namen bitte ich darum, den bestehenden internationalen Rechtsrahmen umzusetzen, der humanitäre Ausnahmen von dem Embargo zulässt“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“, Thomas Heine-Geldern.

Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens vom 6. Februar ist inzwischen auf über 35.000 gestiegen – davon laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 5.900 in Syrien. Auch eine Woche nach der Katastrophe sei das Ausmaß der Zerstörungen in Syrien noch nicht abzusehen, so das Hilfswerk. Auch wenn das Erdbeben den Süden der Türkei noch stärker getroffen habe, so habe es in Syrien die Not nach Jahren des Bürgerkriegs weiter verstärkt.

IGFM: Sanktionen aussetzen

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) ruft dazu auf, die Sanktionen gegen Syrien sofort auszusetzen. IGFM-Generalsekretär Matthias Boehning erklärte: „Unsere Botschaft in dieser Krisensituation ist klar und eindeutig: Eine Erdbeben-Katastrophe ist keine politische Angelegenheit.“ Die IGFM appelliert an die Vereinten Nationen, tätig zu werden und humanitäre Hilfe zu ermöglichen.

Kirchenrat: Die Sanktionen treffen die Bevölkerung

Der Kirchenrat des Nahen Ostens (Middle East Council of Churches/MECC) fordert ein Ende der Sanktionen gegen Syrien. Der Generalsekretär des in Beirut (Libanon) ansässigen Rates, Michael Abs, sagte der Berliner Zeitung: „Die Sanktionen treffen seit Jahren die Bevölkerung schwer und nicht die herrschenden Gruppen.

Wegen der Sanktionen kommt nun die Erdbebenhilfe nicht in Syrien an, weil wir keine Gelder aus dem Libanon überweisen können.“ Die Menschen litten unter Armut, Hunger und Krankheiten. Es sei menschenunwürdig, den Betroffenen nicht helfen zu können. Zum MECC, der seit Jahren die Sanktionen gegen Syrien kritisiert, gehören rund 30 Kirchen, darunter Katholiken, Orthodoxe und Protestanten.

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