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Corona: Druck auf Ungeimpfte erhöhen?

11.08.2021

Pfarrer Bernhard Elser in seinem „Ermutigungsgruß“ auf YouTube. Screenshot: YouTube/Bernhard Elser
Pfarrer Bernhard Elser in seinem „Ermutigungsgruß“ auf YouTube. Screenshot: YouTube/Bernhard Elser

Berlin (IDEA) – Die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am 10. August führen dazu, dass der Druck auf Ungeimpfte steigt. Der württembergische Pfarrer Bernhard Elser (Waiblingen-Hegnach) sieht das kritisch, wie er in einem „Ermutigungsgruß“ an Menschen, die sich gegen eine Corona-Impfung entschieden haben, auf YouTube sagt.

Hintergrund: Ab dem 11. Oktober werden Corona-Tests nun kostenpflichtig. Zudem können Ungeimpfte – von Ausnahmen abgesehen – spätestens ab dem 23. August ohne einen negativen Corona-Tests viele Einrichtungen nicht mehr aufsuchen. Konkret gilt das zum Beispiel für den Besuch in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Fitnessstudios, Hallenbädern sowie in der Innengastronomie.

Das Gremium sprach sich ferner dafür aus, dass der Bundestag die vorerst bis 11. September bestehende „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ verlängert. Eine Entscheidung gegen die Impfung sei in einem demokratischen Rechtsstaat einem freien und mündigen Bürger durchaus zuzutrauen, so Elser.

Dass nun die Politik insbesondere auf alle, die sich nicht impfen lassen wollten, einen solchen massiven Druck ausübe und Angst verbreite, halte er für den allerschlechtesten und falschen Weg. Da werde er als Christ und als evangelischer Pfarrer nicht mitmachen.

Er werde das auch öffentlich aus einem christlichen Standpunkt heraus kritisieren. Er wolle alle ermutigen, „wirklich auf Gott zu vertrauen, wirklich ihm zu folgen und sich nicht von dieser Politik, von diesen Menschen und von diesen Angstmachern in die Irre führen zu lassen“.

Elser: Maßnahmen führen zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft

Wie Elser gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA ergänzte, muss es möglich sein, dass sich Menschen gegen eine Impfung entscheiden, ohne faktisch vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen zu werden: „Alles andere ist gegen die Würde des Menschen.“ Die Gottesdienstbesucher seien von der Testpflicht jetzt zwar ausgenommen worden, aber allein, dass es zur Debatte gestanden habe, „ist ein Alarmzeichen. Wir müssen solchen Haltungen entgegentreten.“

Solche Entscheidungen führten, so habe es der Wissenschaftsphilosoph Michael Essfeld (Lausanne) formuliert, in politische Abhängigkeiten. Wer schweige, fördere die aktuellen Entwicklungen Der Mensch werde immer mehr zur „Verfügungsmasse“. Ferner kritisierte Elser die Kurzfristigkeit der Beschlüsse: „So drastische Einschränkungen mitten im Sommer vorzunehmen ist ein Skandal.“

Er wünsche sich von christlichen Verbänden und Organisationen, dass sie dieser Politik widersprechen: „Die Maßnahmen führen zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Politik bestraft und droht Menschen, die eine selbstbestimmte Entscheidung treffen. Dass das auf breiter Basis unwidersprochen bleibt, erschüttert mich.“

In den Gemeinden habe es über Corona oft keine Debatten gegeben. Dies sei damit begründet worden, dass es sich um ein politisches Thema handele. Das räche sich jetzt. Denn unausgesprochen nehme nun auch der Druck auf Teenager zu, sich trotz nicht vorhandener Impfempfehlung impfen zu lassen.

Es gebe Jugendliche, die darüber verzweifelten, weil sie sich zu dem Schritt gedrängt fühlen: „Wir müssen über diese Maßnahmen diskutieren und dürfen sie nicht einfach so hinnehmen.“

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