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Baptisten warnen vor Aufrüstung und „destruktiver Machtpolitik“

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Rund 1.000 Delegierte nehmen an der Bundesratstagung des BEFG in Kassel teil. Foto: David Vogt
Rund 1.000 Delegierte nehmen an der Bundesratstagung des BEFG in Kassel teil. Foto: David Vogt

Mit deutlichen Worten hat sich der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) gegen eine zunehmende weltweite Aufrüstung und für den Schutz der Menschenrechte ausgesprochen. In einer am 15. Mai im Rahmen der Bundesratstagung in Kassel verabschiedeten Resolution rufen die Delegierten Christen, Gemeinden und Werke des Bundes dazu auf, wachsam zu sein und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. In der Resolution benennt der Bundesrat weltweite Krisen wie die globale Erwärmung, das Artensterben, Kriege, die ungerechte Verteilung der Güter, Rassismus und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Weltweit setze sich eine „destruktive Machtpolitik“ durch, die auf Gewalt – insbesondere gegen Frauen – und Vernichtung baue. Ressourcen, die zwingend für den Schutz der Lebensgrundlagen eingesetzt werden müssten, flössen in Rüstungsgüter.

Bekenntnis zu Menschenrechten

Der BEFG bekennt sich zu den unveräußerlichen Menschenrechten, dem Recht kommender Generationen auf den Erhalt der Lebensgrundlagen und dem Recht der Umwelt auf Schutz und Bewahrung. Jedes Leben sei von Gott gegeben und gleich kostbar. Christen folgten dem Aufruf Jesu zu Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe, der „auf der Seite der Entrechteten“ stehe. Der Bundesrat widersetzt sich nach eigenen Worten „der Logik zunehmender Bewaffnung und Aufrüstung als Weg zu einem dauerhaften und nachhaltigen Frieden“.

Zugleich distanziert sich der Bund von „antidemokratischem Extremismus und allen Ideologien der hierarchischen Ungleichheit“. In „aller Entschiedenheit“ lehne man die Ausgrenzung von Minderheiten ab – etwa von Migranten, Juden, Angehörigen religiöser, ethnischer oder sexueller Minderheiten oder Menschen mit Behinderungen.

Appell an die Bundesregierung

Der Bundesrat fordert ferner die Bundesregierung auf, den Rechtsstaat zu schützen, sich für die Beachtung der Menschenrechte und des Völkerrechts einzusetzen und die Bewahrung der Schöpfung und der Weltgemeinschaft „zur obersten Priorität politischen Handelns zu machen“.

Die Bundesratstagung des BEFG findet mit rund 1.000 Teilnehmern bis zum 16. Mai statt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Beschlüsse zur zukünftigen Struktur des Bundes. Weiteres Ziel der Veranstaltung unter dem Motto „Segen bewegt“ ist die Stärkung der örtlichen Gemeinden als Hoffnungsorte.

Der BEFG hat 71.199 Mitglieder in 759 Gemeinden. Der Bund entstand 1941 durch den Zusammenschluss von Baptistengemeinden, Brüderbewegung sowie von pfingstlichen Elim-Gemeinden. Das ChristusForum (bis 2020: Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden) hat 2024 beschlossen, sich vom BEFG zu trennen und eigene Körperschaftsrechte zu beantragen.

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