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Arche-Gründer Siggelkow beklagt: Die Politik hat versagt

13.08.2021

Der Gründer und Leiter des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“, Pastor Bernd Siggelkow. Foto: Privat
Der Gründer und Leiter des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“, Pastor Bernd Siggelkow. Foto: Privat

Berlin (IDEA) – Der Gründer und Leiter des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“, Pastor Bernd Siggelkow (Berlin), hat den politischen Verantwortungsträgern Versagen beim Umgang mit den Kindern in der Pandemie vorgeworfen.

Siggelkow sagte im Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, dass jedes Ministerium zum Gesundheitsministerium geworden sei anstatt seine eigenen Aufgaben wahrzunehmen: „Was haben der Bundesbildungsministerium und die Kultusminister der Länder in den vergangenen Monaten gemacht? Sie haben versucht, die Pandemie einzugrenzen. Sie haben sich aber keine Gedanken darüber gemacht, wie die Bildung im Krisenfall funktionieren kann.“

Im Gegensatz zu Schweden seien in Deutschland die Schulen geschlossen worden „ohne die Kinder zu fragen und ohne darüber nachzudenken, wie man es anders machen könnte“. Gesetze würden nicht für Kinder gemacht, weil sie keine Wählerstimme hätten. In der Coronazeit habe sich das noch einmal stärker gezeigt.

Kinder müssten endlich gehört werden: „Wenn wir nicht auf die Stimme unserer Kinder hören, dann ist die Frage, ob die Menschen, die über unsere Kinder entscheiden, die richtigen sind. Denn die kennen die Kinder scheinbar auch nicht. Sie treffen Gesetze über die Köpfe der Kinder hinweg ohne sie ins Boot zu holen.“

Was die Corona-Maßnahmen bei Kindern ausgelöst haben

Die Angebote der Arche nutzen ihm zufolge finanziell arme Kinder, andere seien emotional arm, manche bildungsfern. Manche Kinder hätten während Corona 20 Kilo zugenommen, unter anderem weil es keinen Sportunterricht und keine Sportangebote gegeben habe.

Andere Kinder müssten nach der Isolation erst einmal wieder lernen, mit anderen klar zu kommen. Die häusliche Gewalt habe – auch bei den Geschwisterkindern untereinander – zugenommen. Das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs werde sich erst noch zeigen, wenn wieder der Regelunterricht stattfinde und die Kinder ihre „vertrauten Sozialpartner“ an ihrer Seite hätten.

Das Wichtigste für die Kinder sei nun, dass sie in der Schule unterrichtet werden. Abgehängte Schüler müssten gezielt gefördert werden. Zudem müsse auf die Folgeschäden für die armen Familien geschaut werden: „Es hat zwei einmalige Kindergeld-Zahlungen gegeben, aber man denkt nicht daran, dass am Ende des Jahres die großen Nachzahlungen z.B. für Strom kommen. Die Familien waren 24/7 zu Hause, haben also mehr Strom verbraucht.“

Das christliche Jugendwerk „Die Arche“ ist an 27 Standorten in Deutschland aktiv und erreicht etwa 4.500 Kinder täglich. Weitere Ableger gibt es zudem in der Schweiz und in Polen. Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien umfasst nach eigenen Angaben sechs Grundbausteine: Freizeit, Essen, Lernen, Freunde, Ferien und Familie. Gründer der Arche ist Bernd Siggelkow. Ende August erscheint von ihm das Buch „Kindheit am Rande der Verzweiflung: Die fatalen Folgen von Lockdown und Isolation“ (Claudius Verlag).

Das gesamte Interview können Sie hier nachlesen.

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