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Dokumentation

An Christus festhalten

03.02.2026

Der IDEA-Ehrenvorsitzende Helmut Matthies sprach auf dem IDEA-Jahresempfang in Wetzlar. Foto: IDEA/Matthias Schmitt
Der IDEA-Ehrenvorsitzende Helmut Matthies sprach auf dem IDEA-Jahresempfang in Wetzlar. Foto: IDEA/Matthias Schmitt

Auszüge aus einem Grundsatzbeitrag, den der IDEA-Ehrenvorsitzende Helmut Matthies auf dem IDEA-Jahresempfang in Wetzlar gehalten hat. Er war von 1978 bis 2017 IDEA-Leiter und anschließend bis Ende 2025 IDEA-Vorsitzender.

Für uns ist immer Leitlinie gewesen, zu publizieren, was sonst nicht erscheinen würde: Vor IDEA fand sich kein Organ, das über die verschiedenen Strömungen in der evangelikalen Bewegung berichtet hätte oder über Landes- und Freikirchen. Man spürte auch kein Bemühen, die liberalen Christen über die konservativen zu informieren und umgekehrt. Dieser dreifache Brückenschlag ist bis heute unsere Aufgabe.

Als ideaSpektrum 1979 gegründet wurde, gab es noch mehr als 10 überregionale christliche Wochenzeitungen: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, Rheinischer Merkur, Christ und Welt usw. Wir sind als Einzige übrig geblieben.

Die Zeiten ändern sich

Beim ersten Gespräch, das der begnadete Gründer von IDEA – Horst Marquardt – 1977 mit mir führte, orientierte er mich so: „Merken Sie sich: Biblisch orientiert sind die Freikirchen, in der – damals westlichen – EKD sind es nur die württembergische Landeskirche und Schaumburg-Lippe.“ Ich sollte vorsichtig sein gegenüber Pfingstlern. „Rom“ ginge gar nicht. Theologische Beiträge sollten möglichst nicht von Frauen verfasst sein. Vorbild sei bei allem die Deutsche Evangelische Allianz.

Heute steht bei der Evangelischen Allianz eine Frau an der Spitze der Mitgliederversammlung. Die Scheidung zwischen mehr oder weniger bibeltreu geht quer durch alle Konfessionen. Zum IDEA-Trägerverein gehören längst Katholiken. Von 6 Leitungspositionen bei IDEA sind 4 weiblich besetzt.

Jede Generation muss sich verantworten

Manche unter uns lächeln über die Ansichten der Väter. Doch jede Generation muss sich mit ihren Ergebnissen vor Gott verantworten. Wie wird man in 40 Jahren über uns denken? Etwa: Warum hat man 2026 Billionen Euro nur in Rüstung investiert und Alternativen kaum diskutiert? Laut UN hätte es weniger als 1 Prozent der Ausgaben für das Militär gebraucht – und jeder der 730 Millionen Hungernden auf der Welt hätte genug zu essen gehabt. Oder: Wie konnte man 2026 so blauäugig gegenüber dem Islam sein?

Studien hatten doch schon prophezeit, dass es 2050 in vielen deutschen Regionen eine islamische Mehrheit geben wird. Und: Warum wurde eigentlich kaum versucht, Muslime vom Mehrwert des christlichen Glaubens zu überzeugen? Und wieso haben Christen damals weithin gleichgültig zur Kenntnis genommen, dass jedes Jahr über 100.000 Ebenbilder Gottes im Mutterleib am Weiterleben gehindert werden?

Gegen den Strom schwimmen

Was ich mir von IDEA wünsche: das Festhalten an Christus! In vielen kirchlichen Stellungnahmen ist nur noch von Gott die Rede, nicht aber vom Herrn der Kirche, Christus. Ich denke da besonders an Grußworte zum Ramadan.

Doch Jesus-Demenz kann den Himmel verschließen. Denn das Passwort für die Ewigkeit ist nun mal das Bekenntnis zu Christus in Wort und Tat. Deshalb will IDEA bewusst christusorientiert sein. Ein hoher Anspruch, der kaum zu erfüllen ist und viel Gebet und Beratung bedarf.

Danke für jeden, der dabei mithilft. Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen – also oft der Mehrheit widersprechen. Das bringt freilich keinen Beifall, ist manchmal auch gefährlich.

Weil wir über die Christenverfolgung in weiten Teilen des Ostblocks berichtet haben, sind rund zehn Agenten des KGB und der Stasi auf uns angesetzt worden. Darüber wird auch in dem Buch „Glaube, Mut und Freiheit trotz Stasi-Diktatur und Mauer“ (Concepcion Seidel) berichtet.

Inzwischen hat sich die Welt neu sortiert. Den von christlichen Werten bestimmten Westen gibt es nicht mehr. Die Spielzeuge vieler Mächtiger sind Kampfbomber, Drohnen und Geld. Das macht die Lage für die Christenheit immer schwieriger.

Und kirchlich? Im Gegensatz zur Situation vor 30 Jahren fehlt leider in fast allen Synoden eine Opposition zu geistlichen Fehlentwicklungen.

Ich wünsche deshalb der IDEA-Doppelspitze Daniela Städter und Dennis Pfeifer weiterhin Mut, Alternativen aufzuzeigen, und auch Mut zur Auseinandersetzung. Wo sie um der Wahrheit willen geboten ist, ist sie biblisch.

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