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Menschenrechte

Abschiebung eines Konvertiten in den Iran verhindert

24.09.2022

Mohsen Vaezi mit seiner Tochter am 22. September am Frankfurter Flughafen. Die Abschiebung des Christen in den Iran wurde kurzfristig von der Ausländerbehörde abgebrochen. Foto: Privat
Mohsen Vaezi mit seiner Tochter am 22. September am Frankfurter Flughafen. Die Abschiebung des Christen in den Iran wurde kurzfristig von der Ausländerbehörde abgebrochen. Foto: Privat

Forchheim/Frankfurt am Main (IDEA) – Die Abschiebung eines zum Christentum konvertierten Iraners aus dem oberfränkischen Forchheim ist im letzten Moment abgebrochen worden. Am 22. September sollte der 33-jährige Mohsen Vaezi in den Iran zurückgeflogen werden, wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM, Frankfurt am Main) mitteilte.

Er habe sich bereits am Frankfurter Flughafen befunden. „Im Iran hätten ihm aufgrund seiner Abkehr vom Islam Gefängnis und Folter gedroht“, so IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Für Konvertiten sei es im Iran unmöglich, sich zu ihrem christlichen Glauben offen zu bekennen. Dies werde „vom faschistischen System der Mullahs überwacht“. Eine Abkehr vom Islam ziehe schwere Konsequenzen nach sich, so Lessenthin. Die abgebrochene Abschiebung nannte er einen „großen Teilerfolg“.

Dies zeige: „Protest kann etwas bewirken.“ Die IGFM engagiert sich für Vaezi. Wie das Bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen (München) IDEA mitteilte, ist die Abschiebung durch die Ausländerbehörde abgebrochen worden, da kurzfristig ein Asylfolgeantrag gestellt worden war. Dieser werde nun durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geprüft.

Nachbar zeigte Vaezi an

Laut IGFM war Vaezi 2016 nach Deutschland gekommen. Im Iran hatte sich der Muslim gemeinsam mit seiner Frau zum Christentum bekehrt. Dort betrieb das Paar ein Schnellrestaurant. Mit christlich-armenischen Stammgästen habe er sich über den christlichen Glauben und Werte unterhalten, so die IGFM.

Dabei sei er von einem Nachbar beobachtet und angezeigt worden. Der Vorwurf: Vaezi sympathisiere als Muslim mit Christen und wolle den Staat stürzen. Mit der Anzeige bei der Polizei sind der IGFM zufolge die Iranischen Revolutionsgarden auf den Christen aufmerksam geworden. Nach regelmäßigen Kontrollen und Drohungen floh das Paar nach Europa. Es hat eine sechsjährige Tochter.

Freikirche: Christlicher Glaube ist Vaezi wichtig

Die freikirchliche Gemeinde „Ecclesia Church“ in Nürnberg hat sich auch für Mohsen Vaezi eingesetzt. Seit 2017 habe er regelmäßig die Gottesdienste in persischer Sprache besucht, heißt es in einem Schreiben, das IDEA vorliegt. Als pandemiebedingt nur Online-Gottesdienste angeboten wurden, habe er von Anfang an regelmäßig daran teilgenommen.

Der Glaube an Jesus Christus sei Mohsen Vaezi sehr wichtig. Der Iran belegt Platz 9 auf dem Weltverfolgungsindex des Hilfswerkes Open Doors und gehört zu den Ländern, in den Christen am schärfsten verfolgt werden. 95 Prozent der knapp 84 Millionen Einwohner gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Der Anteil der Christen liegt bei unter einem Prozent.

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