Gesellschaft

Absolute Mehrheit hält die Todesstrafe für moralisch falsch

Im Westen ist diese Ansicht weiter verbreitet als im Osten. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen sind besonders viele Befragte dieser Meinung. Das ergab eine Umfrage im Auftrag von IDEA.


Lesezeit: 2 min

In dieser Exekutionszelle im Hochsicherheitsgefängnis Riverbendin Nashville sollte Christa Pike hingerichtet werden.
In dieser Exekutionszelle im Hochsicherheitsgefängnis Riverbendin Nashville sollte Christa Pike hingerichtet werden. Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Mark Humphrey

Die absolute Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) hält eine Todesstrafe, wie es sie zum Beispiel in den USA gibt, für moralisch falsch. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Jeder Vierte (26 Prozent) ist anderer Ansicht. 14 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“, drei Prozent machten keine Angabe. 

Westdeutsche lehnen die Todesstrafe häufiger moralisch ab als Ostdeutsche (57 Prozent gegenüber 50 Prozent). Frauen und Männer liegen in ihrem Urteil etwa gleichauf (56 Prozent gegenüber 57 Prozent). Bei den ältesten Befragten über 70 Jahren ist die Ablehnung mit 70 Prozent besonders weit verbreitet (18- bis 29-Jährige: 53 Prozent; 30- bis 39-Jährige: 50 Prozent; 40- bis 49-Jährige: 52 Prozent; 50- bis 59-Jährige: 53 Prozent; 60- bis 69-Jährige: 56 Prozent). 

Unter den Mitgliedern der christlichen Konfessionen teilen die landeskirchlichen Protestanten mit 61 Prozent am häufigsten diese Haltung, gefolgt von den Katholiken (60 Prozent) und den Freikirchlern (57 Prozent). Deutlich seltener verurteilen Muslime die Todesstrafe als moralisch falsch (39 Prozent), bei den Konfessionslosen tun es 56 Prozent. Unter den Anhängern der politischen Parteien lehnen die Sympathisanten der Grünen mit 73 Prozent am häufigsten die Todesstrafe ab, gefolgt von den Parteigängern der SPD (71 Prozent), der Linken (70 Prozent), der CDU/CSU (62 Prozent) und der AfD (43 Prozent). 

Für die Erhebung im Zeitraum vom 9. bis 12. Oktober 2026 zu der Frage: „Wie stehen Sie zu folgender Aussage? Ich halte eine Todesstrafe, wie es sie z. B. in den USA gibt, für moralisch falsch.“ hat INSA 2.006 Bundesbürger online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die volljährige Bevölkerung in Deutschland sowie nach Geschlecht, Alter und Region.

Die landeskirchlichen Protestanten und die Katholiken liegen in ihrer Bewertung nahezu gleichauf.
Die landeskirchlichen Protestanten und die Katholiken liegen in ihrer Bewertung nahezu gleichauf. Grafik: ideagrafik

Kommentar zum Thema Todesstrafe:

Christen und die Todesstrafe – von Professor Christoph Raedel

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