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Bericht

Wir sind eine missionarisch-bibeltreue Gemeinde

12.02.2021

Pastor Thies Hagge. Foto: Karin Costanzo
Pastor Thies Hagge. Foto: Karin Costanzo

Thies Hagge ist seit 25 Jahren Pastor der Friedenskirche in Hamburg-Jenfeld.

Ein Bericht von Daniel Scholaster

Die Friedenskirche in Hamburg-Jenfeld ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Gemeinde. Seit ihr jetziger Pastor, Thies Hagge, vor 25 Jahren sein Amt angetreten hat, hat sie sich zu einer der am besten besuchten Gemeinden der Nordkirche entwickelt. Der 54-Jährige selbst nennt zwei wichtige Gründe für diese Entwicklung: „Zum einen versuchen wir alle sozialen Schichten zu erreichen. Auf der anderen Seite sind wir eine missionarisch-bibeltreue Gemeinde, und das wird von Gott gesegnet.“ Hagge legt Wert darauf, dass sich in seinen Gottesdiensten alle gesellschaftlichen Gruppen wohlfühlen – „der Arbeiter oder der Konvertit aus dem Iran, der Charismatiker und der traditionelle Evangelikale“.

Die Bibel – Grundlage der Verkündigung

Man wolle vermeiden, dass sich in der Friedenskirche nur die obere Mittelschicht treffe, wie dies in vielen Gemeinden der Fall sei. Der Pastor ist sich auch bewusst, dass seine Predigten Christen „mit einem lebendigen Glauben“ anziehen: „Unter der Kanzel eines Geistlichen, der die Bibel zur Grundlage seiner Verkündigung macht, sammeln sich naturgemäß die entschiedenen Christen. Wer dagegen rhetorisch geschult ist, aber hauptsächlich über das politische Geschehen spricht, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm nur wenige Menschen zuhören.“

Iraner und Afghanen

Auch wenn die Mitarbeiter der Friedenskirche nicht aktiv unter Muslimen missionieren, sitzen mittlerweile rund 70 Iraner und Afghanen unter den einheimischen Gottesdienstbesuchern. „Diese Menschen haben häufig durch Träume und Visionen von Jesus erfahren. Sie suchen dann nach einer lebendigen Gemeinde und landen bei uns.“ Er ist der festen Überzeugung, dass unter den Iranern momentan weltweit eine Erweckung geschehe. Mittlerweile wird jeder Gottesdienst simultan auf Farsi, der Landessprache im Iran, die auch in Afghanistan verstanden wird, übersetzt. Gemeinsam mit der örtlichen „Freien evangelischen Gemeinde“ und der „Christlichen Gemeinde Wegweiser“ betreiben die Mitarbeiter der Friedenskirche außerdem die für den sozialen Brennpunkt Jenfeld wichtige Lebensmittelausgabe „kost-bar“. Alle drei arbeiten eng im Rahmen der Evangelischen Allianz („Gemeinsam für Hamburg“) zusammen. Dank des Fördervereins der Gemeinde konnte sowohl ein iranischstämmiger hauptamtlicher Integrationsbeauftragter sowie ein Jugendreferent angestellt werden.

Auf der Welle reiten

Die Corona-Krise zwang die Gemeinde, vieles neu zu überdenken. Momentan werden sämtliche Gottesdienste per Livestream übertragen. Für die Konvertiten werden Übersetzungen der Predigten bereitgestellt. Die Hauskreise treffen sich in Videokonferenzen. Und Hagge hat nun einen eigenen Video-Podcast. Die Gemeinde erreiche jetzt auch Menschen außerhalb Hamburgs. Nun könnten ehemalige Mitglieder wieder ihren alten Hauskreis besuchen, auch wenn sie inzwischen in Berlin wohnen. Deshalb soll auch „nach Corona“ weiterhin ein digitaler Hauskreis für Menschen angeboten werden, die an ihrem Wohnort keine evangelikale Gemeinde finden oder den Gottesdienst nicht mehr besuchen können. Zu den Auswirkungen der Corona-Krise meint Hagge: „Wenn eine Welle auf dich zukommt, kannst du entweder versuchen, dich dagegen zu stemmen, oder auf ihr reiten.“

Über die Gemeinde

Die Gemeinde hat rund 3.000 Mitglieder und 200 regelmäßige Gottesdienstbesucher. Sie bietet neben Gottesdiensten u. a. Bibelstunden, Hauskreise, einen Seniorentreff, einen Männerkreis sowie einen Posaunenchor an.

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