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Bericht

Über das Leben ins Gespräch kommen

29.04.2021

Auf der Internetseite der Initiative sind zahlreiche Materialien und Kurse angeboten. Screenshot: initiative-lebensfragen.de
Auf der Internetseite der Initiative sind zahlreiche Materialien und Kurse angeboten. Screenshot: initiative-lebensfragen.de

Warum die Stiftung für Lebensethik PROVITA ein Kursprogramm zu lebensethischen Fragen für Gemeinden herausgebracht hat. Der Beitrag ist zuerst im IDEA-Spezial „Aus- und Weiterbildung“ erschienen. Von Daniela Städter

Gerade am Anfang und am Ende des Lebens stellen sich existenzielle Fragen: Wie lässt sich ungeborenes Leben wirkungsvoll schützen? Wie können Christen mit der eigenen Gebrechlichkeit im Alter umgehen, mit der Angst vor dem Verlust der Selbstbestimmung? Mit dem Wunsch eines Angehörigen nach assistiertem Suizid? Wie kann man Frauen unterstützen, die unter einer Fehlgeburt oder unter ungewollter Kinderlosigkeit leiden? Und wie werden Christen sprachfähig in solch grundlegenden Fragen – behutsam, tiefgehend, aber klar?

Wir sind Pro-Lebensschutz

Diesen Fragen hat sich die Stiftung für Lebensethik PROVITA (Brühl) gestellt. Das Ergebnis: Ein Kursprogramm unter dem Titel „Initiative Lebensfragen“. Der Kurs soll Christen auf der Grundlage des biblischen Menschenbildes zum Schutz der Schwachen oder Geschwächten Orientierung bieten: „Wir erleben, dass sich Christen differenziert mit diesen Themen auseinandersetzen wollen“, sagt Michael Schröder. Der freikirchliche Gemeindepastor und PRO-VITA-Bereichsleiter hat das Kursprogramm zusammen mit der PROVITA-Geschäftsführerin Heike Fischer und dem PROVITA-Vorstandsvorsitzenden Detlev Katzwinkel entwickelt. Ziel sei, auf einer breiten Basis Argumente auszutauschen und Orientierung aus christlicher Perspektive zu bieten: „Unsere Haltung ist Pro-Lebensschutz. Wir setzen uns für den Schutz des Lebens ein – vom Anfang bis zu seinem Ende.“

In schwierigen Situationen gibt es keine einfachen Antworten

Immer wieder gebe es bei ethischen Themen aber auch Grenzfälle, sagt Schröder. Etwa im Bereich der Sterbebegleitung. Die Stiftung werbe für eine palliativmedizinische Behandlung. Heute könnten Palliativmediziner fast allen Menschen die Schmerzen nehmen. Aber es gebe auch einige wenige Fälle, wo Menschen unglaublich litten, eine palliative Begleitung nicht den gewünschten Effekt habe und der Betroffene sich wünsche, so schnell wie möglich zu sterben. Schröder: „In solchen Situationen gibt es keine einfachen Antworten.“ „Sterben lassen“, so heißt es in dem Kursprogramm erläuternd, sei am Lebensende ärztlich geboten. Die Linderung von Schmerzen und andere Symptomlinderungen seien „auch dann straffrei möglich, wenn dies unter Inkaufnahme einer potenziellen Lebensverkürzung geschieht“.

Miteinander ins Gespräch kommen

Die Kurse sind sowohl geeignet für gemeindeinterne Veranstaltungen als auch für den direkten Austausch mit Menschen, die der Kirche fernstehen. Man wolle, so Schröder, die Gemeinden ermutigen, digitale oder Vor-Ort-Veranstaltungen zu den Themen anzubieten, miteinander ins Gespräch zu kommen, auch abweichende Meinungen zu hören, um den anderen besser zu verstehen. Die Stiftung könne ebenso den Kontakt zu Referenten vermitteln, die dann eine Einheit vor Ort gestalten.

Wie der Kurs aufgebaut ist

Der Kurs ist nach dem Baukastenprinzip konzipiert. Die acht Einheiten können einzeln oder auch in einer Veranstaltungsreihe durchgearbeitet werden. In dem Kurs geht es um Themen wie Menschenwürde, vorgeburtliche Untersuchungen, Abtreibungen, unerfüllten Kinderwunsch und Fortpflanzungsmedizin, Pflegebedürftigkeit sowie den Umgang mit dem Tod. Zu den Einheiten gibt es jeweils kurze Filme, Beamer-Präsentationen und Hintergrundinformationen. Die Materialien können auf der Internetseite initiative-lebensfragen.de kostenlos heruntergeladen werden. Unter den Autoren sind unter anderen Theologen, Mediziner, Seelsorger und Ethiker aus Landes- sowie Freikirchen.

Über PROVITA

PROVITA wurde 1980 als gemeinsame Initiative des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG) und des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) unter der Leitung von Wolfgang Furch gegründet. Seit 2013 ist PROVITA eine Stiftung, die mit den beiden Gemeindebünden sowie mit der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) zusammenarbeitet. Sie steht für die Würde und den Schutz des Lebens von Anfang an. Der Kurs will Orientierungshilfe in allen lebensethischen Themen am Anfang und Ende des Lebens anbieten sowie Christen darin wieder sprachfähig machen.

initiative-lebensfragen.de

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