Gesellschaft

Muslimischer Antisemitismus: Kirchenvertretern ist das Thema zu heiß

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Die Islamexpertin Prof. Susanne Schröter. Foto: Wikipedia/ Dontworry
Die Islamexpertin Prof. Susanne Schröter. Foto: Wikipedia/ Dontworry

Berlin/Frankfurt am Main (IDEA) – Die Islamexpertin Prof. Susanne Schröter (Frankfurt am Main) hat Politikern und Kirchenvertretern vorgeworfen, den erstarkenden muslimischen Antisemitismus in Deutschland auszublenden.

Anders als beim Rechtsextremismus, der unbestreitbar eine große Gefahr darstelle, sei diese gefährliche Entwicklung nie wirklich ernst genommen worden, sagte sie in einem Interview mit „Focus Online“: „Vielen Politikern und auch gerade Kirchenvertretern ist das Thema zu heiß. Da folgt dann immer das Totschlagargument, dass ein öffentlicher Diskurs einzig Wasser auf die Mühlen der AfD schütten würde.“

Und so rühre man das Problem gar nicht mehr an. Schröter weiter: „Die Zuwanderung aus den arabischen Bürgerkriegsländern hat diese antisemitische Haltung hierzulande nochmals verschärft.“ Ferner übte die Ethnologin Kritik an der vom Bundeskriminalamt jährlich veröffentlichten Statistik „Politisch Motivierte Kriminalität“, der zufolge fast 94 Prozent der antisemitischen Straftaten rechtsextremistischen Kreisen zugeordnet werden: „Alle Fälle, bei denen sich kein Täter finden lässt, werden automatisch dem Rechtsextremismus zugeschlagen.“

Das geschehe etwa in der Hälfte der registrierten judenfeindlichen Delikte. Die Statistik widerspreche „eindeutig“ den Befragungen jüdischer Opfer, sagte Schröter: „Ich glaube, dass die Strafverfolgungsbehörden hier ziemlich im Dunkeln tappen. Das nimmt man aber nicht zur Kenntnis.“ Schröter ist Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam.

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