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Istanbul: Mosaiken in der Hagia Sophia wieder sichtbar

06.12.2020

Die Hagia Sophia wir seit dem 24. Juli wieder als Moschee genutzt. Foto: pixabay.com
Die Hagia Sophia wir seit dem 24. Juli wieder als Moschee genutzt. Foto: pixabay.com

Istanbul (idea) – Nachdem die christlichen Mosaiken in der Hagia Sophia (Istanbul) seit der Umwandlung in eine Moschee im Juli verhüllt waren, sind sie nun teilweise wieder zu sehen. Medienberichten zufolge sind unter anderem ein sechsflügeliger Engel, die Darstellung der Jungfrau Maria mit Jesuskind sowie die römische Kaiser Konstantin und Justinian sichtbar.

Wie die Auslandskorrespondentin Susanne Güsten in der Zeitung „Augsburger Allgemeine“ schreibt, könnte der Grund für die Enthüllung der Mosaiken der Besuch einer UNESCO-Delegation im Oktober gewesen sein. Diese wollte untersuchen, wie sich die Nutzung als Moschee auf den Status der Hagia Sophia als Weltkulturerbe auswirkt. Die Entscheidung, ob das Gebäude auf der UNESCO-Liste verbleibt, solle im nächsten Sommer fallen.

Die im 6. Jahrhundert erbaute Hagia Sophia galt einst als die bedeutendste Kirche in der orthodoxen Welt. Sie war die Hauptkirche des byzantinischen Reichs. Nach der Eroberung Konstantinopels durch Truppen des Osmanischen Reiches diente sie ab 1453 als Moschee. Der türkische Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk machte aus ihr als Zeichen für einen säkularen Staat 1934 ein Museum. Am 24. Juli fand das erste islamische Gebet in dem Gotteshaus seit 86 Jahren statt.

Entgegen der Versprechen durch die türkische Regierung blieben die Mosaiken mit Verweis auf Restaurationsarbeiten verhüllt.

Umwandlung der Chora-Kirche in eine Moschee gestoppt

Güsten zufolge sind auch die Mosaiken der früheren Chora-Erlöserkirche in Istanbul wieder zu sehen und die angekündigte Umwandlung in eine Moschee gestoppt. Auch dieses Gotteshaus hatte die UNESCO-Delegation im November besucht.

Die 534 errichtete Klosterkirche gilt mit ihren Fresken und Mosaiken als eines der bedeutendsten Beispiele christlicher byzantinischer Kunst und wurde 1945 in ein Museum umgewandelt. Die zeitweise übertünchten christlichen Fresken und Mosaiken wurden 1958 durch aufwändige Restaurierungsarbeiten wieder freigelegt.

Das erste Freitagsgebet in der Chora-Kirche ist laut Güsten für den 30. Oktober angekündigt gewesen, aber einen Tag zuvor auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Als Begründung nannte das zuständige Religionsamt andauernde Restaurationsarbeiten.

Offizielle Ankündigungen gebe es zu den jüngsten Entwicklungen nicht, sagte Güsten gegenüber dem Deutschlandfunk. Recherchen hätten aber ergeben, dass die angeordnete Klosterrestaurierung auf persönlichen Befehl von dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erfolge. Sowohl die Hagia Sophia als auch die Chora-Erlöserkirche stehen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und gehören zu den wichtigsten Touristenzielen in der Türkei.

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