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In der DDR gab es dramatischere Einschränkungen als in der Corona-Zeit

30.11.2020

Screenshot: www.glaube-mut-freiheit-ddr.de
Screenshot: www.glaube-mut-freiheit-ddr.de

Dresden (idea) – Die Corona-Pandemie ist schlimm, aber keineswegs die schlimmste Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg, wie manche Politiker jetzt behaupten. Diese Ansicht vertrat Oberlandeskirchenrat i. R. Harald Bretschneider (Dresden) gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Bretschneider war Initiator der kirchlichen Friedensbewegung in der DDR – „Schwerter zu Pflugscharen“. So sei die Zeit der deutschen Teilung von 1945 bis 1990 für die 17 Millionen Bürger in Mitteldeutschland mit viel dramatischeren Einschränkungen verbunden gewesen als heute.

Bürger in West wie Ost sollten, so Bretschneider, die jetzigen Einschnitte im öffentlichen Leben nutzen, um „in Verantwortung vor Gott“ zu leben. So stehe es auch in der Präambel des Grundgesetzes. Wie Gott gewirkt habe, könne man an der zweiten deutschen Diktatur im letzten Jahrhundert sehen.

Darüber informierten besonders 40 Interviews, in denen Christen berichten, wie sie die sozialistische Diktatur erlebt und dabei Gottes Hilfe erfahren haben. Die jeweils 15-minütigen Gespräche hat der Verein „Glaube, Mut und Freiheit – in der DDR und danach“ (Brandenburg an der Havel) mit Hilfe der Produzenten Alexander Thies und Henriette Gotaut (Berlin/Halle an der Saale) herstellen lassen.

Thies ist unter anderem bekannt durch seine Filme über Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer. Die Zeitzeugenvideos können jeweils gegen eine Gebühr heruntergeladen werden bei matthias-film.de/glaube-mut-und-freiheit.

Trotz Beschluss wurde von Grütters kein Cent ausgezahlt

Der Vorsitzende, Harald Bretschneider, bedauerte, dass die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), für das Projekt noch keinen Cent ausgezahlt habe, obwohl der Haushaltsausschuss des Bundestages bereits vor zwei Jahren – am 8. November 2018 – beschlossen habe, 1,23 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Bislang hätte deshalb alles durch Spenden und Darlehen vorfinanziert werden müssen.Leider habe auch die EKD noch keinen Zuschuss gegeben, so Bretschneider. Er freue sich aber, dass der Vorsitzende des Haushaltsausschusses der EKD-Synode, Prof. Friedrich Vogelbusch (Dresden), sich weiter darum bemühen wolle.

Er habe die Interviews im MDR gesehen und sei von ihnen begeistert. Laut Bretschneider sollen weitere Filme fertiggestellt werden. Der als gemeinnützig anerkannte Verein ist am 2. Juli 2018 gegründet worden. Sein Ziel ist, vor allem durch Interviews und Kolloquien festzuhalten, was Christen in der Zeit der SED-Diktatur und danach in den neuen Bundesländern bewirkt haben.

Zu den Mitgliedern gehören Pfarrer Steffen Reiche (Berlin), Mitbegründer der Sozialdemokratie noch vor dem Mauerfall, der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Selle (Sondershausen/Thüringen), der Vorsitzende der Internationalen Martin Luther Stiftung, Thomas Seidel (Weimar), und als ehrenamtlicher Geschäftsführer Helmut Matthies (Brandenburg an der Havel).

Bundespräsident a. D. Joachim Gauck hatte Initiatoren und Produzenten zweimal zu Gesprächen in Berlin empfangen und den Verein als großartige Initiative bezeichnet.

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