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Kommentar
08. November 2018

Wir brauchen eine neue Reformation

Auf dem Reichstag zu Worms 1521 widerstand Martin Luther der Aufforderung, seine Thesen zu widerrufen. Nach intensivem Studium der Bibel hatte er für sich erkannt, wie Gott sei und was er von Mensch und Kirche verlange. Er hatte den Mut, seine Überzeugung zu verteidigen. Luther wollte seine Lehren nicht widerrufen, es sei denn, man würde ihm anhand der Bibel belegen, dass er sich irre. Dieser widerständige Geist in Christo täte der heutigen Kirche gut, meint der Historiker und Schriftsteller Klaus-Rüdiger Mai.

Der andere Erfurter Mönch, nicht Martin Luther (1483–1546) sondern Meister Eckhart (1260–1328), predigte: „Die Leute sagen oft zu mir: ‚Bittet für mich!‘ Dann denke ich: ‚Warum geht ihr aus? Warum bleibt ihr nicht in euch selbst und greift in euer eigenes Gut? Ihr tragt doch alle Wahrheit wesenhaft in euch.‘“ Kann man Gott und den Menschen besser denken als in diesem Satz, dass der Mensch die Wahrheit, die Gott ist, als Wesen schon deshalb in sich trägt, weil er Gottes Kind ist? Dass er in der Wahrheit leben muss, heißt das keineswegs, aber er besitzt die Chance dazu. Er kann den Teil seines Wesens verkümmern oder erblühen lassen. Niemand vermag ihn zu zwing...

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