Donnerstag • 14. Dezember
Kommentar
01. Dezember 2017

Varanasi – eine Stadt lebt vom Tod

In Indien gibt es einen Ort, wo der Tod den Alltag und das Geschäft bestimmt: Varanasi. Hindus glauben, wer sich nach seinem Tod hier verbrennen lässt, hat die Chance, aus dem Kreislauf der Wiedergeburt zu entfliehen. Tabitha Bühne war einige Tage dort und hat mehr gelernt, als sie eigentlich wollte.

Ich kann den Tod nicht ausstehen und versuche, ihm so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. In Deutschland geht das ganz gut, wir sind ja wahre Meister im Verdrängen der Endlichkeit des irdischen Lebens und geben dem Tod im Alltag keinerlei Platz. Doch dann zog ich nach Indien. Hier springt einem der Tod täglich ins Gesicht. Ich sehe ihn in Old Delhi, wo in den Straßen ein halbtoter Mann mit verfaulenden Füßen liegt, und ich sehe ihn in Kalkutta, wo sich ein paar Nonnen um verstoßene Alte und Kranke kümmern und immer wieder arme Seelen von der Polizei zum Sterben abgeliefert werden. Aber erst in Varanasi hat der Sensenmann mich kalt erwischt. Denn hier lebt eine ganze Stadt vom To...

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