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Kommentar
07. Februar 2018

Ein hirnrissiger Held

Es ist eine der gräulichsten Geschichten der Bibel: Weil er ein Gelübde abgelegt hat, opfert Israels Anführer Jephtha seine eigene Tochter. Das Hessische Staatstheater in Wiesbaden zeigt nun das Oratorium „Jephtha“ von Georg Friedrich Händel (1685–1759). idea-Reporter Karsten Huhn sah eine verstörende wie beglückende Premiere.

Das neobarocke Wiesbadener Staatstheater ist selbst eine Pracht, doch ebenso sehenswert sind Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme von Achim Freyer. Dreifach hebt sich der Bühnenvorhang und gibt den Blick frei auf eine fremde Welt. Himmel und Erde sind voller Kuhmuster, mal schwarz, mal rot. Sie setzen sich bei den Kostümen fort: Jephtha (Mirko Roschkowski) trägt einen weißen Umhang mit roten Sprengseln, dazu eine janusköpfige Maske auf dem Kopf. Israel wird von den Ammonitern bedroht, Jephtha wird zum Schlachtenführer erkoren. Er betet mit erhobenen Händen um Sieg und Ruhm, die linke Hand blutrot, die rechte schneeweiß. Er ist ein frommer Krieger, singt von Güte und Gottvertrau...

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