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Kommentar
07. August 2017

Das Jüngste Gericht findet statt

In vielen landes- wie freikirchlichen Predigten und Stellungnahmen ist oft von der unendlichen Liebe Gottes in allen Lebenslagen die Rede. Was aber ist dann mit dem Jüngsten Gericht, auf das alles zuläuft? Braucht es das eigentlich noch? Der Professor an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Rolf Hille (Heilbronn), erklärt, warum nicht alle automatisch in den Himmel kommen und warum die Kirche über das Gericht Gottes predigen muss.

1. Das Märchen vom lieben Gott

Protestanten feiern dieses Jahr 500 Jahre Reformation. Immerhin hat Martin Luther das bedeutendste Problem der spätmittelalterlichen Kirche gelöst: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“. Doch schaut man genau hin, zeigt sich gerade hier eine Verlegenheit. Denn nach heutiger Auffassung ist das nie ein Problem gewesen. Hört man es heutzutage doch zwischen Flensburg und Konstanz, zwischen Aachen und Frankfurt/Oder von fast allen Kanzeln: „Macht euch um den lieben Gott keine Sorgen; der ist und bleibt lieb; vergeben ist sein Metier. Angst vor Gottes Gericht, das war gestern. Der Jüngste Tag ist harmlos, und die Hölle bleibt...

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