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Christen können militärische Gewalt nicht ausschließen

25.12.2020

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: idea/kairospress
Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: idea/kairospress

München (idea) – Christen können militärische Gewalt nicht kategorisch ausschließen. Diese Ansicht vertrat der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), in einem Beitrag für die Münchner „Abendzeitung“.

Konflikte könnten zwar fast immer besser mit friedlichen Mitteln gelöst werden, aber in manchen Extremsituationen sei militärische Gewalt moralisch geboten. Als Beispiele nannte Bedford-Strohm den Völkermord in Ruanda, bei dem 1994 rund 800.000 Menschen ermordet wurden, und das Massaker serbischer Milizen an 8.000 muslimischen Männern und Jungen im bosnischen Srebrenica im Jahr 1995.

In beiden Fällen hätten UN-Truppen das Morden beenden können, durften aber nicht eingreifen. Ein weiteres Beispiel sei die Schreckensherrschaft der Terrorbewegung „Islamischer Staat“ in Syrien und dem Nordirak, die nur mit militärischen Mitteln beendet werden konnte.

Diese Erfahrungen führten „zu dem Schluss, dass es eine moralische Pflicht gibt, das durch Gewalt und Terror verursachte Leid wirksam zu verhindern und dass dabei auch militärische Mittel nicht ausgeschlossen werden können“. Es dürfe „einfach nie wieder passieren, dass Menschen solch schlimmen Gewalttaten ausgeliefert sind, ohne dass ihnen irgendjemand wirksam zu Hilfe kommt.“

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