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05. Juli 2018

Schwimmunterricht: Müssen Schulen Burkinis kaufen?

Eine Schule hat Burkinis gekauft, damit muslimische Schülerinnen am Schwimmunterricht teilnehmen können. Foto: picture-alliance/dpa
Eine Schule hat Burkinis gekauft, damit muslimische Schülerinnen am Schwimmunterricht teilnehmen können. Foto: picture-alliance/dpa

Herne/Düsseldorf (idea) – Medienberichte über eine Schule, die Burkinis angeschafft hatte, haben eine Diskussion über die Teilnahme muslimischer Schülerinnen am Schwimmunterricht ausgelöst. Burkinis sind Badeanzüge, die bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperteile bedecken. Das Pestalozzi-Gymnasium in Herne hatte sie gekauft, um sie kostenlos an Schülerinnen zu verleihen. Aufgrund dieses Angebots habe „keiner mehr eine Ausrede, nicht am Unterricht teilzunehmen“, erklärte Schulleiter Volker Gößling in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Kritik an der Anschaffung hatte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner geübt. Diese Maßnahme sei „vorauseilender Gehorsam und ein Einknicken vor fundamentalistischen Elternhäusern“, schrieb sie auf der Internetseite des CDU-Landesverbandes Rheinland-Pfalz. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärte dagegen gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“, es sei „völlig vertretbar“, wenn Schulen Leih-Burkinis anschafften. Grundsätzlich gehöre die Teilnahme am Schwimmunterricht für alle Schüler zur Schulpflicht, sagte Giffey gegenüber der „Rheinischen Post“. „Das ist durchzusetzen, in letzter Konsequenz mit einem Bußgeld“, so die Ministerin.

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Schulministerium: Alle Schüler müssen am Schwimmen teilnehmen

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Schulministeriums ist „juristisch eindeutig geklärt“, dass auch muslimische Schülerinnen zur Teilnahme am Schwimmunterricht verpflichtet sind. Es gebe auch keinen Anspruch darauf, dass er nach Geschlechtern getrennt erteilt werde, erklärte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Es sei nicht bekannt, ob weitere Schulen Leih-Burkinis zur Verfügung stellten. Ihre Anschaffung gehöre „nicht zu den Grundaufgaben einer Schule“, sondern sei „Sache der Eltern, wie bei dem Schulranzen, dem Badeanzug und der Badehose auch“.

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