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Sachsen
12. Januar 2019

Freie Wähler für ein „Kindergeld vor der Geburt“

Schon während der Schwangerschaft soll Eltern monatlich 200 Euro vom Land fiktiv gutgeschrieben werden. Foto: pixabay.com
Schon während der Schwangerschaft soll Eltern monatlich 200 Euro vom Land fiktiv gutgeschrieben werden. Foto: pixabay.com

Dresden (idea) – Die Freien Wähler Sachsen haben im Falle eines Einzugs in den Landtag mehr finanzielle Unterstützung für Familien angekündigt. Wie die Partei am 8. Januar mitteilte, will sie ein „Kindergeld vor der Geburt“ einführen. Dabei soll Eltern während der Schwangerschaft monatlich 200 Euro vom Land fiktiv gutgeschrieben werden. Nach der Geburt erfolgt dann die Auszahlung von einmalig 1.800 Euro. Auch beim Landeserziehungsgeld für Eltern seien Verbesserungen angestrebt. Hier sollen für das erste bis vierte Kind in den ersten drei Lebensjahren monatlich je 350 Euro an die Eltern gezahlt werden – zusätzlich zum Kindergeld. Damit will die Partei laut eigenen Aussagen die Kosten für die häusliche Betreuung beziehungsweise für eine Betreuung in einer Kindertagesstätte abfedern. Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung der Eltern sei ein Wohnsitz in Sachsen sowie die deutsche Staatsbürgerschaft. Laut dem Landesvorsitzenden Steffen Große (Dresden) soll damit ein weiterer Anreiz geschaffen werden, „sich dauerhaft für unser Land zu entscheiden“. Mit der Neuregelung schafften die Freien Wähler zudem „auch mehr Augenmerk und Verantwortung für das ungeborene Leben“.

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„Christdemokraten für das Leben“: Zur finanziellen Anerkennung gehört auch eine ideelle

Der sächsische Landesverband der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) begrüßte die Idee eines vorgeburtlichen Kindergeldes. Wie der Landesvorsitzende Daniel Kästner (Dresden) der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, ist zusätzlich zur „Verbesserung des rechtlichen Schutzes von Kindern vor der Geburt auch mehr Anerkennung für das Austragen von Kindern durch die Mütter“ erforderlich. Dazu gehöre neben einer finanziellen Anerkennung für werdende und gewordene Eltern auch eine ideelle. So sollten Plakate beispielsweise mit „Wirf mich nicht weg!“ und „Danke, Mama und Papa!“ titeln, statt mit „Mach‘s mit!“. Kästner bezog sich damit auf eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), die zum Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen aufrufen sollte und 2014 bundesweit auf rund 65.000 Plakatflächen verbreitet wurde. Die Freien Wähler Sachsen wurden im November 1992 gegründet. Am 1. September treten sie zum zweiten Mal zu einer Landtagswahl an. 2014 erhielten sie 32.389 von 1.630.435 abgegebenen gültigen Stimmen (2 Prozent). Um in den Landtag einzuziehen, braucht eine Partei mindestens fünf Prozent der Stimmen. Stärkste Kraft ist dort derzeit die CDU mit 59 Abgeordneten gefolgt von der Partei Die Linke (27 Abgeordnete). In Sachsen regiert eine Koalition aus CDU und SPD.

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