Montag • 18. März
Psychotherapeutin
18. Februar 2019

Pokropp-Hippen: Kritik an „Spahn-Studie“ ist unberechtigt

Die Ärztin und Psychotherapeutin Angelika Pokropp-Hippen. Foto: Privat
Die Ärztin und Psychotherapeutin Angelika Pokropp-Hippen. Foto: Privat

Münster (idea) – Die Ärztin und Psychotherapeutin Angelika Pokropp-Hippen (Münster) hat Kritik an der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplanten Studie zu den seelischen Folgen von Abtreibungen zurückgewiesen. Der Minister soll dafür fünf Millionen Euro extra aus dem Bundeshaushalt erhalten. Der Dachverband „Evangelische Frauen in Deutschland“ (EFiD/Hannover) teilte daraufhin mit, er halte die Spahn-Studie für „überflüssig“. Sie stelle einen Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen dar, erklärte die Vorsitzende, Susanne Kahl-Passoth. Eine auf einen „Abbruch folgende Stigmatisierung oder eine durch einen Partner erzwungene Abtreibung“ könne psychische Folgen haben: „Das alles ist ausreichend erforscht und belegt.“ Die Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion für Frauengesundheit, Hilde Mattheis (Ulm), kritisierte, es sollten Gelder „für eine wissenschaftlich unsinnige und ideologisch motivierte Studie vergeudet werden“. Alle „seriösen Arbeiten“ hätten belegt, dass ein sogenanntes Post-Abortion-Syndrom, also eine schwere Belastungsstörung bei Frauen, die abgetrieben haben, nicht existiere. Auch FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen halten die Studie für unnötig. Pokropp-Hippen sagte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass sie die Aufregung der Studiengegner nicht verstehe: „Wenn es doch – wie sie sagen – kein Post-Abortion-Syndrom gibt –, können sie doch das Ergebnis in Ruhe abwarten. Das Ergebnis der Studie dürfte doch dann in ihrem Sinne ausfallen.“ Ihr sei allerdings keine deutsche Studie aus den letzten 20 Jahren bekannt, die sich in großem Umfang mit dem Thema „Post-Abortion-Syndrom“ befasst habe.

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Was zu befürchten ist

Zudem seien fünf Millionen Euro keine Unsumme: „Es gibt viele pharmazeutische Studien, die deutlich teurer sind.“ Man müsse jetzt sehr genau abwarten, wer mit der Durchführung der Studie betraut werde: „Ich befürchte, dass sie mit Feministinnen besetzt wird, die das Ergebnis der Studie schon vorher kennen.“ Zu dem Argument der Evangelischen Frauen in Deutschland, die Probleme seien auf Stigmatisierungen zurückzuführen, sagte sie, dass dies ein Teilaspekt sei. Es gebe aber auch Frauen, die keine Stigmatisierungen erlitten hätten und trotzdem nach einer Abtreibung zum Beispiel unter psychosomatischen Störungen litten. Die Symptome reichten von Antriebs-, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, starken Stimmungsschwankungen, einem verminderten Selbstwertgefühl, Panikattacken bis hin zu Selbstmordgedanken. Bei manchen Betroffenen träten die Symptome erst Jahre später auf, wenn sie wieder schwanger werden. Frauen würden teilweise jahrelang erfolglos psychotherapeutisch behandelt, weil in der Therapie gar nicht über die Abtreibung als Ursache der Erkrankung gesprochen werde. Viele Ärzte nähmen das „Post-Abortion-Syndrom“ nicht ernst.

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