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Pew-Studie
07. Oktober 2017

In 43 Ländern gibt es eine Staatsreligion

27 der 43 Länder mit Staatsreligion sind laut der Studie islamisch. Dort dürfen keine Gesetzte gegen den Koran verstoßen. Foto: pixabay.com
27 der 43 Länder mit Staatsreligion sind laut der Studie islamisch. Dort dürfen keine Gesetzte gegen den Koran verstoßen. Foto: pixabay.com

Washington (idea) – In 43 Ländern (22 Prozent) der Welt gibt es offiziell eine Staatsreligion – meistens ist es der Islam. Das hat eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Pew Research (Washington) ergeben. Erfasst wurden die Daten aus 199 Ländern und Gebieten – dazu zählen alle Mitgliedsländer der UN sowie die sechs selbstverwalteten Regionen Kosovo, Hongkong, Macao, die Palästinensergebiete, Taiwan und die Westsahara. 27 der 43 Länder mit Staatsreligion sind demzufolge islamisch, etwa Afghanistan, Algerien, Jordanien, die Malediven, Saudi-Arabien und Somalia. In Afghanistan beispielsweise müssen laut Pew der Präsident und sein Stellvertreter Muslime sein. Die Satzungen der Parteien dürften den islamischen Grundsätzen nicht widersprechen und die Verfassung verfüge, dass „kein Gesetz gegen die Grundsätze und Bestimmungen der heiligen Religion des Islam in Afghanistan verstoßen darf“. In 13 Ländern gelten christliche Bekenntnisse als Staatsreligion, darunter Dänemark, Island (jeweils evangelisch-lutherische Kirchen), Liechtenstein, Malta, Monaco, Costa Rica, Dominikanische Republik (jeweils römisch-katholische Kirche), Armenien, Griechenland (jeweils orthodoxe Kirchen), Großbritannien (anglikanische Kirche) und Tuvalu (reformierte Kirche). In Bhutan und Kambodscha ist der Buddhismus Staatsreligion, in Israel das Judentum.

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106 Länder bevorzugen keine Religion

Der Studie zufolge bevorzugen 106 Länder (53 Prozent) keine bestimmte Religion systematisch. Dazu zählt Pew beispielsweise Australien, Brasilien, Äthiopien, Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Österreich, Indien und die USA. Die Länder gewährten religiösen Gruppen Vorteile, ließen sie aber nicht nur einer bestimmten Religion zugutekommen. Warum Deutschland zu dieser Kategorie gehört, wird in der Studie nicht weiter ausgeführt.

Zehn Länder sind religionsfeindlich

40 Staaten (20 Prozent) bevorzugen laut dem Meinungsforschungsinstitut eine bestimmte Religion „inoffiziell“. Das könnten vom Staat gewährte rechtliche, finanzielle und steuerliche Vorteile sein. Das Christentum werde in 28 Staaten bevorzugt, etwa in Argentinien, Bulgarien, Finnland, Georgien, Italien, Polen und Rumänien. Der Buddhismus habe in Myanmar, Laos, der Mongolei und auf Sri Lanka eine vorrangige Stellung, der Islam im Sudan, in Syrien und der Türkei. In Laos etwa fördere die Regierung buddhistische Einrichtungen und habe den Buddhismus von Einschränkungen befreit, die für andere religiöse Gruppen gelten. Zum Beispiel sei das Drucken, Importieren und Verteilen von buddhistischem religiösen Material erlaubt. Weitere zehn Länder (fünf Prozent), darunter viele frühere Sowjetrepubliken, haben ein feindliches Verhältnis zur Religion und üben ein hohes Maß an Kontrolle über religiöse Institutionen in ihren Ländern aus. Manche der Staaten hätten zwar Verfassungen, die Religionsfreiheit garantierten, aber dennoch versuchten ihre Regierungen, den rechtlichen Status, die Finanzierung, die Geistlichen und die politische Aktivität der religiösen Gruppen stark zu blockieren. Aufgezählt werden in der Kategorie Aserbaidschan, China, Kuba, Kasachstan, Kirgistan, Nordkorea, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam.

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