Mittwoch • 22. August
Ende des Handelsstreits
26. Juli 2018

„Christen in der Wirtschaft“: Nicht nur mit dem Finger auf Trump zeigen

v. l.: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker traf den US-Präsident Donald Trump in Washington. Foto: picture-alliance/AdMedia
v. l.: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker traf den US-Präsident Donald Trump in Washington. Foto: picture-alliance/AdMedia

Würzburg (idea) – Der überkonfessionelle Verband „Christen in der Wirtschaft“ (CiW/Würzburg) hat die Vereinbarung zur Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und der Europäischen Union begrüßt. Gleichzeitig betont die Organisation, dass es erst der ermutigende Anfang eines noch langen Weges sei. In den vergangenen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump wiederholt beklagt, dass die weltweiten Handelsbedingungen für die USA nicht fair seien und Produkte etwa aus China und der EU mit Sonderzöllen belegt. Beide reagierten mit Vergeltungszöllen. Nun vereinbarten Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am 25. Juli in Washington, über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter zu sprechen. Zudem wolle man über die Angleichung von Standards reden, sagte Juncker.

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Der freie Handel verteilt Chancen fairer

CiW-Generalsekretär Michael vom Ende sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass die CiW sich für einen freien Handel ausspreche: „Er verteilt Chancen fairer und ermöglicht es allen Beteiligten, am wachsenden Wohlstand teilzuhaben.“ Aus der Bibel lasse sich zwar keine grundsätzliche Position zum Thema Zölle ableiten, aber „wir wenden uns generell gegen eine Politik, die nur Eigeninteressen eines Landes verfolgt und das Wohl der Anderen aus dem Blick verliert“. Das gelte gleichermaßen für die USA und Europa, betonte vom Ende und warnte davor, mit dem Finger nur auf Trump zu zeigen: „Das greift viel zu kurz.“

Wie die EU den Aufbau einer Wertschöpfungskette in Afrika verhindert

Ein Beispiel sei das Vorgehen der EU in Afrika. Die EU erhebe Zölle auf bereits verarbeitete Lebensmittel aus Afrika. Damit zwinge man afrikanische Landwirte, ihre Produkte unverarbeitet und damit billiger an die EU zu verkaufen, sagte vom Ende: „Gleichzeitig überschwemmen wir afrikanische Märkte mit unseren staatlich subventionierten Produkten und verhindert damit in armen Ländern den Aufbau einer Wertschöpfungskette.“ Der Verband „Christen in der Wirtschaft“ wurde 1902 gegründet. Die Mitglieder treffen sich in mehr als 40 deutschen Städten zu Gesprächsforen, Gruppen und Gebetskreisen. Vorsitzender ist Friedbert Gay (Remchingen bei Karlsruhe).

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