Donnerstag • 18. Oktober
Rechtskonservativer
07. Oktober 2018

Brasilien: Kandidat der Freikirchen könnte Präsidentenwahl gewinnen

Der von Freikirchen unterstützte Kandidat Jair Bolsonaro. Foto: picture-alliance/NurPhoto
Der von Freikirchen unterstützte Kandidat Jair Bolsonaro. Foto: picture-alliance/NurPhoto

Brasilia (idea) – Der von Freikirchen unterstützte Kandidat Jair Bolsonaro könnte der nächste Präsident Brasiliens werden. In dem südamerikanischen Land finden am 7. Oktober Präsidentschaftswahlen statt. Umfragen zufolge wollen 38 Prozent der Wahlberechtigten für den 63-Jährigen stimmen, berichtet der Nachrichtendienst BBC. Der Politiker warb im Wahlkampf mit dem Motto „Brasilien über alles, und Gott über allen“. Damit spreche er in dem stark evangelikal geprägten Land viele Menschen an, schreibt die Tageszeitung „Die Welt“. Die Unterstützung der Freikirchen „mit all ihren Netzwerken bis hin zu ihren eigenen TV-Sendern“ sei ihm deshalb sicher. Bolsonaro wird dem rechtskonservativen Spektrum zugeordnet. Er hat angekündigt, im Falle seines Sieges die stark gestiegene Kriminalität im Land kompromisslos zu bekämpfen. Der ehemalige Fallschirmjäger will außerdem die Waffengesetze lockern und die Todesstrafe wieder einführen. Dem Kandidaten wird von Kritikern vorgeworfen, homophob und frauenfeindlich zu sein. So hatte er erklärt, er wolle „lieber einen toten als einen schwulen Sohn“ haben, berichtet „Die Welt“. Einer „politischen Feindin“ habe er gesagt, sie sei zu hässlich, um vergewaltigt zu werden. Sein schärfster Konkurrent ist der Kandidat der sozialistischen Arbeiterpartei, Fernando Haddad. Er lag in letzten Umfragen bei 22 Prozent. Wenn bei der Wahl am 7. Oktober keiner der Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, treten die beiden Bestplatzierten am 28. Oktober zu einer Stichwahl an. 123 Millionen der 207 Millionen Einwohner des südamerikanischen Landes sind römisch-katholisch. Brasilien ist damit das Land mit den meisten Katholiken weltweit. Allerdings sinkt ihre Zahl, während die der Protestanten steigt. Allein 42 Millionen gehören zu evangelikalen Kirchen. Unter ihnen bilden die Pfingstkirchen mit 27 Millionen Mitgliedern die größte Gruppe.

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