Donnerstag • 20. September
Kritik
03. September 2018

AfD-Politiker Münz: „Herr Kauder sagt die Unwahrheit“

Der religionspolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Volker Münz. Foto: idea/M. Pletz
Der religionspolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Volker Münz. Foto: idea/M. Pletz

Berlin/Göppingen (idea) – Der religionspolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Volker Münz (Göppingen), hat die Vorwürfe des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU, Volker Kauder, zurückgewiesen. Der Christdemokrat hatte in der „Welt am Sonntag“ eine deutlichere Abgrenzung der Unionsparteien zur AfD gefordert. AfD-Politiker hätten die Ausschreitungen von Chemnitz nachträglich gebilligt. Dadurch sei Rechtsradikalismus in Deutschland erstmals „aus einer Bundestagspartei mehr oder weniger offen unterstützt“ worden. Die Union müsse deshalb künftig auch im Bundestag „klarer ansprechen, was der Kern dieser Partei ist“. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea widersprach Münz: „Herr Kauder sagt die Unwahrheit. Kein AfD-Politiker hat Ausschreitungen gebilligt.“ Soweit er es Augenzeugenberichten entnehmen könne, habe es auch keine gewalttätigen Ausschreitungen aus den Reihen der AfD-Demonstration gegeben, so Münz.

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Münz: Verantwortung für Fehlentwicklungen wird anderen in die Schuhe geschoben

Zudem müsse man Ursache und Wirkung auseinanderhalten. Der Unionsfraktionsvorsitzende versuche lediglich, „von der Verantwortung seiner Partei für eine falsche Politik“ abzulenken: „Wo waren Herr Kauder und andere Politiker, die sich jetzt über die Proteste empören, als es um die Trauer für die Opfer der Metzeleien und Vergewaltigungen durch angeblich Schutzsuchende ging?“ Die jüngsten Vorfälle in Chemnitz zeigen laut Münz, dass „die Verantwortungsträger aus Politik, Verwaltung, Kirchen, Medien und anderen gesellschaftlichen Institutionen, die die Masseneinwanderung ermöglicht, gefördert oder nicht verhindert haben“, Schuld auf sich geladen hätten. Jetzt versuchten die Verantwortlichen, „ihre Hände in Unschuld zu waschen und die Verantwortung für Fehlentwicklungen anderen in die Schuhe zu schieben“. In der sächsischen Stadt war am 26. August ein 35-jähriger Deutscher während des Stadtfestes erstochen worden. Die Polizei hat einen 23-jährigen Syrer und einen 22-jährigen Iraker als Tatverdächtige festgenommen. Nach der Tat versammelten sich laut Polizei etwa 800 Personen zu einem Protestmarsch durch die Innenstadt. Medienberichten zufolge kam es dabei zu Übergriffen auf Migranten, aber auch auf Einsatzkräfte der Polizei. Weitere Demonstrationen am 1. und 2. September blieben nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich. Münz ist Mitbegründer der „Christen in der AfD“. Er gehört ferner zum evangelischen Kirchengemeinderat und zur Bezirkssynode Göppingen.

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