Pakistan: Pastor wegen Blasphemie angeklagt
01.12.2012
Als „Gefangenen des Monats Dezember“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den pakistanischen Pastor Karma Patras benannt und zu seiner Unterstützung aufgerufen. Er befindet sich seit Mitte Oktober in Haft. Der Pastor wurde wegen Blasphemie angeklagt.Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats Dezember“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) den pakistanischen Pastor Karma Patras benannt und zu seiner Unterstützung aufgerufen. Er befindet sich seit Mitte Oktober in Haft. Patras hatte am 13. Oktober in der Stadt Sanghla Hill (Provinz Punjab) ein Gebetstreffen im Haus einer christlichen Familie geleitet. Dabei wurde er gefragt, ob auch Christen das islamische Opferfest feiern müssten. Der Pastor vertrat die Ansicht, dass aus biblischer Sicht eine Teilnahme verboten sei. Auch Muslime hörten diese Äußerungen und verbreiteten sie. Daraufhin riefen islamische Geistliche auf, den „Ungläubigen“ zu töten. Eine aufgebrachte Menge griff das Haus von Patras an und schlug auf ihn ein. Die Polizei musste ihn vor den Übergriffen schützen. Der Pastor wurde inhaftiert und wegen Blasphemie angeklagt. Bei einer Anhörung am 30. Oktober lehnte der Richter eine Freilassung gegen Kaution ab. Nach Angaben der pakistanischen Zeitung „Christian Post“ verließen 30 Familienmitglieder des Pastors aus Angst vor Übergriffen ihre Wohnungen und sind jetzt in Sicherheit. Die IGFM und idea rufen dazu, sich in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Asif Ali Zardari zu wenden. Er solle sich für den Schutz von Patras und dessen Freilassung einsetzen. Der Pastor habe nur seiner religiösen Überzeugung Ausdruck gegeben und den Islam nicht beleidigt. Die pakistanische Regierung solle die Blasphemiegesetze so ändern, dass ein Missbrauch bestraft werde. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.
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