Sonntag • 20. Oktober

16.01.2013

Gott segnet kein Schwarzgeld

Mit 24 besteht Helmut Rensch seine Meisterprüfung als Zimmermann. Wenige Wochen später stirbt sein Vater – ein engagierter Christ – an Krebs, ruhig und gelassen. Das beeindruckt Helmut Rensch so sehr, dass er seitdem ganz auf Gott vertraut. Er besucht die Landeskirchliche Gemeinschaft, liest zusammen mit seiner Ehefrau täglich die Bibel und betet mit ihr.

Vor dem Konkurs

Die erste Zeit ist schwer. Kunden bleiben weg, weil sie meinen, dass die Zimmerei in Uttrichshausen bei Fulda nach dem Tod des Chefs am Ende sei. Sein Sohn klappert deshalb die Baustellen in der Nähe ab und wirbt um Aufträge. Er hat Erfolg und sichert so den 15 Mitarbeitern ihre Stellen. 1965 bittet ihn ein befreundeter Architekt, für ihn komplette Rohbauten herzustellen – aus Holz. Das ist der Einstieg ins Fertighausgeschäft. Als die Firma des Architekten pleitegeht, wird Rensch selbstständiger Anbieter. Doch 1972 steht „Rensch-Haus” selbst vor dem Konkurs. Der Grund: Ein wichtiger Kunde wird zahlungsunfähig und droht Rensch mit in den finanziellen Abgrund zu ziehen. „Da habe ich viel gebetet“, erinnert sich der Chef. Ein Gespräch mit der Hausbank bringt die Wende. Sie erhöht den Kreditrahmen der Firma von 60.000 auf 600.000 Mark. Jetzt können die vielen Aufträge ausgeführt werden. 1978 ist die Firma schuldenfrei. 1997 übergibt Helmut Rensch seinem Sohn Martin die Geschäftsführung. 250 bis 300 hochwertige Häuser verkauft die Firma inzwischen jährlich.

Gotteserfahrungen im Betrieb

Immer wieder macht Helmut Rensch Glaubenserfahrungen im Unternehmen. Etwa bei einem Einbruch 1989. Da wurden einige Tausend Mark gestohlen. Was nur er weiß: Das Geld war nicht versteuert. Wenn Mitarbeiter für den Hausgebrauch Platten, Schrauben oder Nägel benötigten, bezahlten sie dafür nur den Einkaufspreis. Rensch wird klar: „Das ist Sünde. Gott segnet kein Schwarzgeld.“ Er unterbindet diese Praxis und staunt, dass die Firma danach mehr Gewinn erwirtschaftete als je zuvor. Rensch unterstützt viele christliche Werke. Auch seine Landeskirchliche Gemeinschaft profitiert davon: Als sie einen Neubau plant, bringt sich „Rensch-Haus“ mit ein.

Beten mit den beiden Chefs

Dass Helmut Rensch Christ ist, weiß die Belegschaft. Einige Mitarbeiter treffen sich jeden Montag zum Gebet im Büro – mit dem inzwischen 75-jährigen Seniorchef und seinem Sohn und Chef Martin. Zum Geburtstag und zur Weihnacht erhält jeder Mitarbeiter einen christlichen Kalender oder eine evangelistische Verteilschrift. Zudem schmücken das Foyer ein Kreuz und ein Plakat mit einem Bibelvers. Rensch selbst engagiert sich bei der Bewegung „Christen im Beruf“ und beim Internationalen Gideonbund. In Hotels, Schulen und im Gefängnis Bibeln zu verteilen, wie es die Gideons tun, erfüllt ihn: „Da ist man nie außer Dienst.“

Diese Woche lesen Sie
  • Sächsische Landeskirche Das Bischofsbeben
  • ERF Medien „Wir wollen ein mediales Lagerfeuer entfachen“
  • Pro und Kontra Sollten Pfarrer Sterbewilligen beim Suizid assistieren?
  • Faktencheck Was gute Gemeinden ausmacht
  • Postkarten Die SMS des 19. Jahrhunderts
  • mehr ...