11. August 2019

Landesbischof July

Interesse an Segnung homosexueller Partner überschaubar

Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July. Foto:
Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July. Foto:

Stuttgart (idea) – In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ist das Interesse an öffentlichen Segnungsgottesdiensten für homosexuelle Partnerschaften überschaubar. Von den 1300 Gemeinden der Landeskirche hätten bislang rund 100 signalisiert, dafür offen zu sein, erklärte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart) gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Hintergrund: Die Landessynode hatte im März beschlossen, dass solche Segnungen ab 2020 erlaubt sein sollen. Bis zu einem Viertel der Gemeinden – also 325 – können sie anbieten. Dafür müssen drei Viertel der Mitglieder des jeweiligen Kirchengemeinderats zustimmen. Sollte sich mehr als 325 Gemeinden für die öffentlichen Segnungsgottesdienste aussprechen, müsste die Synode über eine landeskirchenweite Regelung beraten. Bisher war die kirchliche Begleitung homosexueller Partner nur im Rahmen der Seelsorge möglich.

July: Der Kompromiss hat eine Tür geöffnet

Nach Julys Worten geht die Landeskirche „von längeren Zeiträumen aus, bis das Viertel erreicht ist“. Bei dem Beschluss der Landessynode sei es nicht darum gegangen „einen Betondeckel drüber zu gießen, sondern eine verfassungskonforme Lösung zu finden, die mehrheitsfähig ist“. Die Entscheidung des Kirchenparlaments sei ein Kompromiss gewesen, der „eine Tür geöffnet“ habe. „Es wäre schwer zu vermitteln gewesen, dass die Landeskirche interessierten Gemeinden gar keine Möglichkeit bietet für gleichgeschlechtlich orientierte Menschen, von denen viele unserer Kirche hochverbunden sind“, so July.