14. März 2019

AEM

Wann verliert ein Missionswerk die Existenzberechtigung?

Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen, Dieter Trefz. Foto: Christoph Maxeiner
Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen, Dieter Trefz. Foto: Christoph Maxeiner

Wetzlar (idea) – Ein Missionswerk verliert seine Existenzberechtigung, wenn nicht die Bibel und die Christuszentrierung im Mittelpunkt der Arbeit stehen, sondern Sozial- und Entwicklungsarbeit. Diese Ansicht vertritt der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), Dieter Trefz (Wüstenrot bei Heilbronn), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Die vor 50 Jahren gegründete AEM umfasst 106 Werke mit über 4.800 Mitarbeitern. Trefz zufolge sollte für Missionswerke die ganzheitliche Mission im Vordergrund stehen, nicht alleine die Sozialarbeit. Trefz übte damit Kritik am Evangelischen Missionswerk (EMW). Ihm gehören zwölf Missionswerke, fünf Verbände, fünf Freikirchen und die EKD an. Die Mitgliedsorganisationen haben rund 420 Mitarbeiter ausgesandt. Wegen des unterschiedlichen Missionsverständnisses sei es 1969 zur Gründung der AEM gekommen.

Was sich in der Mission verändert hat

Nach den Worten von Trefz hat sich die Missionsarbeit sehr verändert. Früher hätten Missionare oft ihr ganzes Leben in ihrem Einsatzgebiet gelebt und viele Opfer gebracht. Heute kehrten viele Familien nach einiger Zeit nach Deutschland zurück, damit ihre Kinder eine Ausbildung machen oder ein Studium beginnen können. Zudem seien Missionare früher ausschließlich Verkündiger gewesen. Heute gehe es auch darum, dass sie ihre Begabung als Arzt, Ingenieur oder Handwerker einbringen könnten. Ein weiterer Trend sei, dass das Reisen heute zugleich einfacher und schwerer geworden sei. Einerseits komme man viel schneller ans Ziel, andererseits hätten es Missionare häufig schwerer, ein Visum zu bekommen. Russland, Indien, China und viele islamische Länder erschwerten die Einreise. Neben der Leitung der AEM steht Trefz an der Spitze der Kontaktmission. Diese beschäftigt über 300 Missionare in 47 Ländern und zählt zu den am schnellsten wachsenden Missionswerken in Deutschland.