30. Juni 2020

Umfrage

Nur ein Fünftel hält die Kirchen für eine wichtige Stimme

Für die meisten der Deutschen ist die Kirche keine relevante Stimme der Gesellschaft. Symbolfoto: pixabay.com
Für die meisten der Deutschen ist die Kirche keine relevante Stimme der Gesellschaft. Symbolfoto: pixabay.com

Wetzlar (idea) – Nur ein Fünftel der Bundesbürger (20 Prozent) ist der Meinung, dass die Kirchen eine wichtige Stimme für die Gesellschaft in Deutschland sind. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Die Mehrheit (56 Prozent) hält die Stimme der Kirchen nicht für gesellschaftlich relevant. 17 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“, acht Prozent machten keine Angabe.

Jüngere Befragte halten die Diskussionsbeiträge der Kirchen zu gesellschaftlichen Debatten seltener für wichtig als ältere: Bei den 18- bis 29-jährigen Befragten waren es 14 Prozent, bei den über 60-Jährigen 26 Prozent. Das Desinteresse an kirchlichen Stellungnahmen ist im Westen (20 Prozent) fast ebenso ausgeprägt wie im Osten Deutschlands (17 Prozent).

Auch bei den Kirchenmitgliedern hält jeweils nur eine Minderheit die Stimme der Kirchen für bedeutend: Bei den freikirchlichen Befragten sind es mit 38 Prozent die meisten, bei den landeskirchlichen Protestanten sind es 30 Prozent und bei den Katholiken 27 Prozent.

Unter den Anhängern der politischen Parteien halten die Wähler von CDU/CSU und SPD die Stimme der Kirchen mit jeweils 30 Prozent am häufigsten für wichtig. Es folgen die Grünen-Wähler mit 24 Prozent und die Anhänger der Linken mit 19 Prozent. Die Parteigänger der FDP messen den kirchlichen Äußerungen zu 17 Prozent Bedeutung bei, die Wähler der AfD zu 13 Prozent.

Für die Erhebung wurden 2.051 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 26. und dem 29. Juni befragt.