13. März 2019

AEM-Tagung

Prof. Gäckle warnt vor einem Verstummen der Mission

Der Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, Volker Gäckle. Archivfoto: idea/Wolfgang Köbke
Der Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, Volker Gäckle. Archivfoto: idea/Wolfgang Köbke

Schwäbisch Gmünd (idea) – Vor einem Verstummen der Mission hat der Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, Volker Gäckle (Bad Liebenzell), gewarnt. Er sprach auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), die vom 12. bis 14. März in Schwäbisch Gmünd stattfindet. Dabei äußerte er sich zu missionarischen Konzepten, die weitgehend auf eine Verkündigung der christlichen Botschaft mit Worten verzichten und stattdessen vor allem auf die praktische Nächstenliebe setzen. Es gebe heute Formen der Mission, die nicht rede oder nur rede, wenn sie gefragt werde, so Gäckle. Er glaube aber nicht, „dass es im eigentlichen Sinn eine Mission ohne Worte geben kann“. Schon der Apostel Paulus habe deutlich gemacht, dass der Glaube aus dem Gehörten komme. Gäckle: „Gott hat sich in seiner Selbstmitteilung an das Wort gebunden, und er will es gepredigt haben.“ Das schließe die Tat der Liebe niemals aus, aber sie dürfe „das Wort der Wahrheit“ nicht zum Verstummen bringen.

„Man wird ohne Streit niemals zum rechten Missionar“

Gäckle hielt einen Vortrag über „unveränderbare Werte in der Mission“. Dazu gehöre auch der Streit mit Andersdenkenden und Widersachern: „Wenn Mission und ihre Theologie völlig unangefochten bleiben, wenn Missionen und ihre Missionare völlig störungsfrei arbeiten, dann machen sie etwas falsch.“ Krisen und Kontroversen führten dazu, „dass wir noch genauer und noch tiefer nach dem Willen Gottes fragen“. Gäckle: „Man wird ohne Streit niemals zum rechten Missionar.“ Er unterstrich ferner die zentrale Rolle von Jesus Christus in der Mission. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass sich manche Kirchen auf einen Konvergenzdialog mit dem Islam zubewegten. In Dialogpapieren werde als Gemeinsamkeit die Einzigkeit Gottes sowie seine Liebe und Barmherzigkeit benannt. Allerdings gehe es im Neuen Testament nicht vorrangig um die Einzigkeit Gottes, sondern um die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Dieser werde immer wieder als Störfaktor empfunden. Und dennoch „wollen wir nicht von Jesus Christus lassen, auch wenn der Gekreuzigte immer wieder Menschen wechselweise als Torheit oder Ärgernis erscheint“.