13. April 2019

Konservative ausgegrenzt

Deutscher Hochschulverband in Sorge um die Debattenkultur

DHV-Präsident Professor Bernhard Kempen. Foto: Till Eitel/eyetill.com
DHV-Präsident Professor Bernhard Kempen. Foto: Till Eitel/eyetill.com

Berlin (idea) – Der Deutsche Hochschulverband (DHV) sorgt sich um die Debattenkultur an den Universitäten und warnt vor Einschränkungen der Meinungsfreiheit. DHV-Präsident Professor Bernhard Kempen (Köln) sagte am 9. April auf dem DHV-Tag in Berlin: „Widersprechende Meinungen müssen respektiert und ausgehalten werden. Differenzen zu Andersdenkenden sind im argumentativen Streit auszutragen – nicht mit Boykott, Bashing, Mobbing oder gar Gewalt.“ Die Entwicklung komme von den anglo-amerikanischen Hochschulen. Dort werde das strikte Einhalten der sogennannten „Political Correctness“ (politisch korrekte Sprache) gefordert. Man wolle niemandem mehr Ansichten zumuten, die negativ aufstoßen könnten. Der Deutsche Hochschulverband ist die Berufs- und Interessenvertretung von 31.000 Hochschullehrern in Deutschland.

Wissenschaft nicht in Gut und Böse einteilen

Rückendeckung erhält der Hochschulverband vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Man sehe sich „an vielen Unis“ mit der Problematik konfrontiert, sagte RCDS-Sprecher Michél Ahrens (Berlin) der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. So würden immer mehr Hochschulen die Forderung erheben, ausschließlich die zivile und nicht die militärische Forschung unterstützen zu müssen. Der RCDS bekenne sich dagegen zur Freiheit von Lehre und Forschung. Man dürfe die Wissenschaft nicht in Gut und Böse einteilen. Die militärische Forschung habe immer wieder positive Folgen für die zivile Gesellschaft. Ahrens verwies auf das Internet, Teflonpfannen und das Navigationssystem GPS. Er verwies ferner darauf, dass in Studentenparlamenten Liberal-Konservative mitunter als „Nazis“ beschimpft würden: „Sobald man Positionen einnimmt, die nicht den Gedanken der linken Parteien entsprechen, wird man diffamiert.“ Zudem gebe es Hochschulen – etwa Göttingen oder Heidelberg –, an denen Gäste und Veranstaltungen mit einer konservativen Thematik „massiv seitens linker Gruppierungen gestört werden“. Auch mit einigen Universitätsleitungen gebe es „Problemfälle“, etwa in Berlin, Frankfurt am Main oder der Technischen Universität Dresden. Der RCDS hat über 100 Hochschulgruppen mit rund 8.000 Mitgliedern.