09. Oktober 2019

Christustag Lippe

Das Wort Gottes darf nicht lieblos gepredigt werden

Der künftige Bundespfarrer des Deutschen Jugendverbandes „Entschieden für Christus“, Klaus Göttler. Foto: Privat
Der künftige Bundespfarrer des Deutschen Jugendverbandes „Entschieden für Christus“, Klaus Göttler. Foto: Privat

Detmold (idea) – In pietistischen Gemeinden besteht die Gefahr, dass das Wort Gottes zu lieblos gepredigt wird. Diese Ansicht vertrat der künftige Generalsekretär (früher Bundespfarrer) des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC), Klaus Göttler (Wuppertal), in Detmold. Er hielt auf dem „Christustag Lippe“ ein Impulsreferat zu dem Thema: „Gemeinde: Freude am Wort Gottes“. An der Veranstaltung nahmen 350 Besucher teil.

Die pietistische Bewegung sei eine ausgesprochene „Bibelbewegung“, in der das Wort Gottes hochgehalten werde, sagte Göttler. Dabei gebe es in manchen Gemeinden aber ein „enges Bibelverständnis“, bei dem streng auf bestimmte ethische Aussagen der Bibel bestanden werde. Durch eine solche Haltung entstehe keine Freude am Wort Gottes, sondern ein Gefühl von Enge und Druck, das großen Schaden anrichten könne.

„Es gibt Menschen, die durch unsere Gemeinden die Freude an der Bibel und an Gott verloren haben“, so Göttler. Das passiere vor allem häufig bei jungen Erwachsenen. Ihnen seien biblische Wahrheiten oft „um die Ohren geklatscht worden“. Gemeinden müssten aber „Orte sein, zu denen Menschen kommen können, auch wenn sie nicht perfekt sind“. Grundsätze für den Umgang von Christen untereinander müssten nach Kolosser 3,12 „herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld“ sein. 

Eckstein: In der Bibel begegnen wir Jesus Christus persönlich

Weitere Impulsreferate hielt der Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein (Tübingen) zu den Themen „Bibel: Wie will sie verstanden werden“ und „Christus: Die Mitte der Schrift“. Christen hätten es in der Bibel „schriftlich, dass wir trotz aller Zweifel und Schwierigkeiten von Gott vollkommen geliebt sind“, sagte Eckstein. „Hier können auch wir heute Jesus Christus persönlich begegnen und von ihm erfahren, wer Gott wirklich ist.“

Veranstalter des Christustages waren die Evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Almena, Hohenhausen und Langenholzhausen sowie die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schötmar-Knetterheide, der Jugendverband „Entschieden für Christus“, die Evangelische Volks- und Schriftenmission Lemgo-Lieme, der Lippische Gemeinschaftsbund, der zum Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften) gehört, und die Evangelische Freikirche Hohenloh (Detmold). 

Der „Christustag Lippe“ knüpft an die Christustage in Baden-Württemberg an, die dort schon seit über 50 Jahren als Bibel- und Glaubenskonferenzen stattfinden.