28. November 2019

Ausgrenzungspolitik

Christean Wagner: Konservative haben einen Platz in der CDU/CSU

Der Mitbegründer und Sprecher des „Berliner Kreises“ in der CDU/CSU, Christean Wagner. Foto: CDU Hessen
Der Mitbegründer und Sprecher des „Berliner Kreises“ in der CDU/CSU, Christean Wagner. Foto: CDU Hessen

Wetzlar (idea) – Gegen eine Ausgrenzung von Konservativen aus der CDU hat sich der Mitbegründer und Sprecher des „Berliner Kreises“ in der CDU/CSU, Christean Wagner (Lahntal bei Marburg), gewandt. In einem Beitrag für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) wies er Äußerungen des ehemaligen CDU-Generalsekretärs Peter Tauber zurück, in der CDU sei kein Platz für die WerteUnion. Sie hat nach eigenen Angaben mehr als 3.000 Mitglieder und versteht sich als konservative Basisbewegung in der CDU/CSU.

Laut Wagner grenzt Tauber damit Mitglieder aus, „die kein anderes Ziel haben, als treue CDU-Anhänger davon abzuhalten, sich anderen Parteien zuzuwenden. Genau diese Ausgrenzungspolitik hat zum Erstarken der AfD geführt.“ Tauber ist seit 2018 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium.

Jesus nicht „als Zeugen für eigene politische Vorstellungen vereinnahmen“

Wagner kritisierte auch Äußerungen der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU). Sie hatte ihrer Partei eine unmenschliche Migrationspolitik vorgeworfen. „Jesus hätte uns wahrscheinlich aus dem Tempel gejagt, wenn er gesehen hätte, wie wir mit dem C umgehen“, sagte sie der katholischen Zeitschrift „Stadtgottes“.

Dazu schreibt Wagner: „Man sollte nicht leichtfertig Jesus als Zeugen für eigene politische Vorstellungen vereinnahmen.“ Außerdem sei eine saubere Unterscheidung notwendig: „Der Christ schuldet jedem einzelnen Menschen unabhängig von Herkunft, Schuld oder Verdienst Nächstenliebe. Auf der anderen Seite hat die Regierung die Interessen des Staates und des Volkes zu wahren und darf eine das Gemeinwohl gefährdende unkontrollierte Einwanderung nicht zulassen.“

„Der liberal-konservative Christ findet wieder eine Heimat in der Union“

Wagner zog ferner ein positives Fazit des jüngsten CDU-Bundesparteitages in Leipzig. Die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer habe mit „einer werteorientierten, christlich engagierten Rede“ überzeugt.

Mit Friedrich Merz sei „ein liberal-konservativer Politiker mit internationalem Format“ aufgetreten. Der Bundesvorsitzende der Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, habe „eindrucksvolle Akzente für die Vorzüge der sozialen Marktwirtschaft“ gesetzt. Wagner: „Der liberal-konservative Christ findet wieder eine Heimat in der Union.“

Der 76-Jährige war hessischer Kultus- und Justizminister sowie von November 2005 bis Januar 2014 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag.