01. August 2017

Pakistan

Christ wegen angeblicher Beleidigung Mohammeds inhaftiert

Masihs Familie musste vor eventuellen Racheakten in Sicherheit gebracht werden. Foto: IGFM
Masihs Familie musste vor eventuellen Racheakten in Sicherheit gebracht werden. Foto: IGFM

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Pakistan inhaftierten Christen Ashfaq Masih benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Betroffenen einzusetzen und für ihn zu beten. Der 25-Jährige wurde am 15. Juni in Lahore wegen des Verdachts der Gotteslästerung von der Polizei in seiner Werkstatt festgenommen. Ein Kunde hatte den Zweiradmechaniker dort lautstark beschuldigt, den islamischen Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Zuvor war es zu einer Auseinandersetzung der beiden Männer über die Bezahlung für die Reparatur eines Fahrrads gekommen. Masih hatte den Kunden um Begleichung seiner Rechnung gebeten, der sich weigerte zu bezahlen. Der Mann argumentierte, Masih könne von einem Malang, einem islamischen Asketen, kein Geld verlangen. Der Christ reagierte mit folgenden Worten: „Ich kenne keine Malangs, ich kenne nur Christus.“ Daraufhin rief der Muslim Schaulustige zusammen, bis schließlich die Polizei eintraf. Masihs Familie musste vor eventuellen Racheakten in Sicherheit gebracht werden. Dem Mechaniker droht schlimmstenfalls die Todesstrafe. Das Blasphemiegesetz dient häufig als Mittel der Rache in persönlichen Auseinandersetzungen, insbesondere gegen Angehörige religiöser Minderheiten und Andersdenkender. Die IGFM und idea rufen dazu auf, sich in Briefen an den pakistanischen Präsidenten Mamnoon Hussain um die sofortige Freilassung des Christen zu bitten. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.