31. Januar 2018

Junkermann

Es sollte alternative Formen der Kirchenmitgliedschaft geben

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann. Foto: imago stock&people
Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann. Foto: imago stock&people

Magdeburg (idea) – Um Interessierten am christlichen Glauben einen neuen Zugang zu Kirche und Gemeinde zu verschaffen, sollte es künftig vermehrt auch alternative Formen der Kirchenmitgliedschaft geben. Dafür plädiert die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann (Magdeburg), in einem Beitrag der evangelischen Zeitschrift „zeitzeichen“ (Februar-Ausgabe). Insbesondere die „Umsonst-und-draußen“-Angebote beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin hätten bereits intensive Gespräche über Glaubens- und Lebensfragen ermöglicht, so Junkermann. Christen hatten die Besucher dabei an gedeckte Tische an öffentlichen Plätzen eingeladen. „Überaus deutlich ist so geworden: Der Zugang zu Gemeinde und Kirche kann nicht niedrigschwellig genug sein.“ Gerade mit Blick auf die schwindenden Mitgliederzahlen müsse zudem auch an die Menschen gedacht werden, „die nicht getauft und kein Kirchenmitglied sind und die dennoch gerne mitarbeiten und sich zugehörig fühlen, in der Jugendarbeit, in den Chören, in den Schulen, in der Diakonie“.

„Zugehörigkeitsräume“ sollen einen Zugang bieten

Gerade in Ostdeutschland sei zudem das „Misstrauen gegenüber großen Institutionen“ aufgrund der DDR-Vergangenheit ein Problem. Auch die mit einer Mitgliedschaft verbundene Kirchensteuer schrecke manche ab, sich taufen zu lassen. Junkermann plädiert deshalb für die Schaffung von „Zugehörigkeitsräumen als Form von Mitgliedschaft“. Die Bischöfin verweist beispielhaft auf die Formulierung im Kinder- und Jugendgesetz „Wer kommt, gehört dazu“: „Wenn wir so auf Kinder und Jugendliche sehen, warum nicht auch in gleicher Weise auf Erwachsene?“ So könnte es in Hinblick auf nicht getaufte Mitarbeiter an evangelischen Schulen ausreichen, wenn sie „das christliche Menschenbild, wie es in der jeweiligen Schulkonzeption formuliert ist, bejahen und nach Kräften mittragen“. Junkermann ist seit 2009 Bischöfin der Evangelischen Landeskirche in Mitteldeutschland. Sie muss ihr Amt im August 2019 abgeben. Der Landeskirchenrat hatte beschlossen, keinen Antrag auf Amtszeitverlängerung bei der Landessynode zu stellen.