Freitag • 7. August
Hilfsmaßnahmen erschwert
22. Mai 2020

Zyklon „Amphan“: Christliche Werke helfen

Am 20. Mai hat der Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde in der Grenzregion von Indien und Bangladesch heftige Verwüstungen hinterlassen. Foto: humedica
Am 20. Mai hat der Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde in der Grenzregion von Indien und Bangladesch heftige Verwüstungen hinterlassen. Foto: humedica

Wetzlar (idea) – Christliche Organisationen leisten in den von Wirbelsturm „Amphan“ betroffenen Regionen Katastrophenhilfe. Erschwert wird die Arbeit durch die Corona-Pandemie. Am 20. Mai hat der Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde in der Grenzregion von Indien und Bangladesch heftige Verwüstungen hinterlassen.

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Meteorologen zufolge war es einer der stärksten Stürme, der jemals in der Region gemessen wurde. Felder und Dörfer in Küstenregionen wurden teils vollständig überflutet. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 80 Menschen ums Leben. Den Vereinten Nationen zufolge sind rund zehn Millionen Menschen von den Folgen des Sturms betroffen, und schätzungsweise 500.000 wurden obdachlos.

Vor dem Eintreffen des Sturms wurden mehr als drei Millionen Menschen evakuiert und in Notunterkünften unterbracht. Wie die Hilfsorganisation World Vision (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main) berichtet, erschweren umgestürzte Bäume und Trümmer auf den Straßen den Zugang zu einigen Gebieten.

„Sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel sowie Zelte und Hygieneartikel müssen schnellstens verteilt werden“, so der Leiter der Humanitären Hilfe bei World Vision Indien, Franklin Jones. Derzeit werde das Ausmaß der Schäden geprüft. Umfangreiche Hilfsmaßnahmen seien geplant.

Ausbreitung von Covid-19 befürchtet

Das Hilfswerk humedica (Kaufbeuren) hat über einen lokalen Partner in Bangladesch mit der Verteilung von Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Atemschutzmasken begonnen. „Die Menschen sind gleich von zwei Katastrophen betroffen“, so Geschäftsführer Johannes Peter. Die Corona-Pandemie erschwere die Lage erheblich. Viele Menschen hätten sich vor der Katastrophe in Notunterkünfte retten können, doch: „Hier den nötigen Abstand zu halten ist unmöglich“, so Peter weiter.

Auch die Kindernothilfe (Duisburg) befürchtet eine weitere, ungehinderte Ausbreitung des Coronavirus in den Katastrophenregionen. Das hätte fatale Folgen für die Kinder und ihre Familien, so die Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann. Vor allem verbesserte Hygienebedingungen und die Weitergabe von Medikamenten sowie Lebensmitteln durch lokale Partner stünden im Zentrum der Nothilfe des Kinderschutzwerkes.

Bangladesch: Hütten und Zelte überschwemmt

Erst vor wenigen Tagen sind im Flüchtlingslager Kutupalong in der Stadt Cox’s Bazar (Bangladesch) erste Fälle von Covid-19 festgestellt worden, berichtet der Leiter Internationale Programme des deutschen Zweigs der christlichen Hilfsorganisation Medair, Steffen Horstmeier (Berlin).

In dem weltweit größten Camp lebten rund 600.000 Rohingya. Besonders Zelte und Hütten in tiefergelegenen Abschnitten des hügeligen Lagers seien von Wassermaßen überschwemmt worden. „Der Zyklon könnte auch die ohnehin besorgniserregenden Hygienebedingungen in dem überfüllten Lager noch verschlechtern“, befürchtet Horstmeier. Derzeit prüft Medair kurzfristige Nothilfeprojekte.

Auch die Diakonie Katastrophenhilfe (Berlin) will nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen den weiteren Bedarf an Hilfe ermitteln und die Nothilfe für die Sturmopfer in Indien und Bangladesch schnell ausbauen.

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