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Vietnam
25. September 2020

Pastor und Kämpfer für Glaubensfreiheit freigelassen

Der vietnamesische Pastor A Dao. Foto: Privat
Der vietnamesische Pastor A Dao. Foto: Privat

Hanoi/Washington (idea) – Der vietnamesische Pastor A Dao ist am 18. September vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Das bestätigte die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (Washington).

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Zum Hintergrund: Der evangelische Christ setzt sich für Religionsfreiheit in seinem Heimatland ein. Dao gehört der ethnischen Minderheit der Montagnards in den Bergregionen Zentralvietnams an. Der 39-Jährige leitet die „Montagnard Evangelikale Kirche Christi“. Im August 2016 kehrte der Gemeindeleiter aus Timor Leste (Osttimor) von einer Konferenz über Religionsfreiheit zurück und wurde kurz darauf verhaftet. Die Behörden warfen ihm offiziell illegale Fluchthilfe ins Ausland vor, was Dao zurückwies. Am 27. April 2017 verurteilte ein Gericht den Pastor zu fünf Jahren Gefängnis.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/ Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea hatten Dao im April 2020 zum „Gefangenen des Monats“ erklärt. Sie riefen dazu auf, für den Geistlichen zu beten sowie für seine Freilassung einzutreten.

Die US-Kommission lobte die vorzeitige Freilassung des Pastors. Deren Mitglied James Carr setzte sich für ihn ein und erklärte nun: „Ich freue mich, dass Pastor A Dao frei ist, auch wenn ich die Tatsache beklage, dass das Gefängnis ihm vier Jahre seines Lebens geraubt hat.“ Er hoffe, dass die Freilassung ein Zeichen dafür sei, dass die vietnamesische Regierung es mit der Verbesserung der Religionsfreiheit ernst meine. Sie solle auch andere Inhaftierte, die sich für dieses Anliegen eingesetzt hatten, freilassen.

Darüber hinaus forderte Carr die Regierung Vietnams dazu auf, sicherzustellen, dass die örtlichen Behörden die Freiheit und Sicherheit von Dao respektieren, sollte er sich entscheiden, in sein Heimatdorf zurückzukehren.

Regierung lehnt Christentum als westlichen Religion ab

Das kommunistische Regime Vietnams verfolgt die Montagnard-Bergvölker schon seit langem. Ihnen wird ein religiös motivierter Separatismus unterstellt und damit die Verletzung der Religionsfreiheit gerechtfertigt. Offiziell garantiert die Verfassung des kommunistisch regierten Landes Glaubens- und Religionsfreiheit. Doch der christliche Glaube wird häufig als westliche Religion angesehen und abgelehnt.

Rund 45 Prozent gehören verschiedenen Stammes- und Naturreligionen an. Schätzungsweise 30 Prozent der Vietnamesen sind nicht religiös, 15 Prozent Buddhisten und weniger als zehn Prozent Christen.

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