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Vietnam
01. Februar 2016

Christlicher Anwalt zum dritten Mal inhaftiert

Der 46-jährige Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai setzt sich immer wieder für Christen ein. Ende November wurde er erneut verprügelt und später verhaftet. Foto: Privat
Der 46-jährige Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai setzt sich immer wieder für Christen ein. Ende November wurde er erneut verprügelt und später verhaftet. Foto: Privat

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats Februar“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den christlichen Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai (Hanoi/Vietnam) benannt. Sie rufen dazu auf, für ihn einzutreten und zu beten. Der Jurist ist schon zum dritten Mal inhaftiert und war bereits im April 2007 „Gefangener des Monats“. Der Vorwurf lautete damals wie auch jetzt wieder „Propaganda gegen den Staat“. Der Gründer des Komitees für Menschenrechte in Vietnam und Erstunterzeichner der Online-Petition für Freiheit und Demokratie kam erst 2011 aus dem Gefängnis und stand bis Anfang April vorigen Jahres unter Hausarrest. Ständige Überwachung, unverhohlene Drohungen, ein Einbruch sowie Prügelattacken hielten ihn nicht davon ab, für die Menschenrechte zu bloggen und bedrängte Regimekritiker sowie Angehörige religiöser Minderheiten zu vertreten. Erneut hat der 46-Jährige dafür einen hohen Preis bezahlt: Am 6. Dezember überfielen rund 20 maskierte Männer ihn und drei weitere Menschenrechtler, raubten sie aus und prügelten heftig auf sie ein. Elf Tage später drangen früh morgens rund zwei Dutzend Polizisten in seine Wohnung ein, durchsuchten sie und beschlagnahmten unter anderem Datenträger sowie religiöse Literatur, wie seine Frau berichtete. Nun drohen Nguyen Van Dai bis zu 20 Jahre Haft. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an Staatspräsident Truong Tan Dung um die Freilassung des Anwalts zu bitten.

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Nguyen Van Dai ist inzwischen aus der Haft entlassen worden. Mehr dazu hier.


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