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Erdoğan bietet Tausch an
30. September 2017

US-Pastor seit einem Jahr in der Türkei inhaftiert

Der US-amerikanische Pastor Andrew Craig Brunson und seine Frau Norine Lyn. Foto: Privat
Der US-amerikanische Pastor Andrew Craig Brunson und seine Frau Norine Lyn. Foto: Privat

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in der Türkei inhaftierten US-Theologen Andrew Brunson benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den evangelischen Pastor der Auferstehungskirche in Izmir einzusetzen und für ihn zu beten. Brunson wurde zusammen mit seiner Frau Norine am 7. Oktober 2016 inhaftiert. Sie kam zwölf Tage später wieder frei. Dem Pastor wurde anfänglich vorgeworfen, Mitglied der islamischen Gülen-Bewegung zu sein, die laut der türkischen Regierung hinter dem gescheiterten Putsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan stehen soll. Seit dem 24. August wird ihm zur Last gelegt, dass er als CIA-Agent einen gewaltsamen Umsturz herbeiführen wollte. Damit droht ihm formal viermal lebenslange Haft. Präsident Erdoğan bot am 28. September den USA an, den Pastor freizulassen, wenn der im US-Bundesstaat Pennsylvania lebende islamische Prediger Fethullah Gülen ausgeliefert wird.

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Brunson weist Vorwürfe zurück: Ich predige ausschließlich die christliche Botschaft

Pastor Brunson hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Er habe sich seit Beginn seines Aufenthaltes in der Türkei im Jahr 1993 ausschließlich in den Dienst der christlichen Verkündigung gestellt. „Ich bin ein Verteidiger von Jesus Christus“, sagte der 49-jährige Vater von drei Kindern, als er mit den jüngsten Anschuldigungen konfrontiert wurde. Mit Wissen des Staates habe er in seiner Gemeinde gearbeitet. Ursprünglich wurde ihm und seiner Frau seitens der Behörden nur die Ausweisung angedroht. Seine Familie ist sich sicher, dass er wegen seines christlichen Glaubens ins Fadenkreuz geriet. US-Präsident Donald Trump setzte sich bereits vergeblich für den Pastor ein, als Erdoğan ihn am 16. Mai besuchte. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den türkischen Präsidenten die Freilassung von Brunson einzusetzen. Die Türkei habe sich zur Achtung der Religionsfreiheit verpflichtet.


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