Mittwoch • 17. Januar
Tadschikistan
01. September 2017

Pastor zu drei Jahren Haft verurteilt

Der in Tadschikistan inhaftierte Christ Bakhrom Kholmatov. Foto: release international
Der in Tadschikistan inhaftierte Christ Bakhrom Kholmatov. Foto: release international

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Tadschikistan inhaftierten Christen Bakhrom Kholmatov benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den evangelischen Pastor einzusetzen und für ihn zu beten. Der 42-jährige dreifache Familienvater wurde am 10. April verhaftet und zwischenzeitlich zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Die Behörden werfen ihm vor, in einer Kirche „extremistische Lieder“ gesungen und damit zu „religiösem Hass“ angestachelt zu haben. Laut der IGFM geht es in den Liedtexten um biblische Aussagen. Weitere Details über den Prozess sind wegen der Geheimhaltung der Behörden nicht bekannt. Die Geheimpolizei hatte bereits im Februar Gemeinden der „Sunmin Sunbogym Kirche“ durchsucht, der der Pastor angehört. Mitglieder wurden verhört und gefoltert sowie Arbeitgeber bedrängt, Angehörige der Kirche zu entlassen. Die autoritäre Führung des zentralasiatischen Landes kontrolliert das religiöse Leben streng. Ein Gesetz verbietet nicht angemeldete Aktivitäten und Missionierung. Kinder dürfen nur in staatlich genehmigten Schulen Religionsunterricht erhalten. Die Regierung will damit den wachsenden islamischen Fundamentalismus stoppen. Die Einschränkung der Religionsfreiheit betrifft aber auch alle anderen religiösen Gruppen. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den Präsidenten Tadschikistans, Emomalij Rahmon, um die sofortige Freilassung des Pastors zu bitten. Rund 90 Prozent der 8,7 Millionen Einwohner sind Muslime. Die Zahl der Christen liegt bei 150.000.

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