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EKD sammelt Spenden
03. Dezember 2019

Seenotrettung: Bündnis will ein zusätzliches Schiff schicken

„United4Rescue“ unterstütze die zivile Seenotrettung „aus Spenden und Fördermitteln von Personen und Organisationen, die helfen wollen“. Screenshot: www.united4rescue.com
„United4Rescue“ unterstütze die zivile Seenotrettung „aus Spenden und Fördermitteln von Personen und Organisationen, die helfen wollen“. Screenshot: www.united4rescue.com

Hamburg (idea) – Um Flüchtlinge aus Seenot im Mittelmeer zu retten, hat sich ein Bündnis aus Kirchen, Kommunen, Initiativen und Vereinen gebildet. Es trägt den Namen „United4Rescue – Gemeinsam Retten!“. Erstes Projekt ist eine Spendenkampagne unter dem Motto „#wirschickeneinschiff“.

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Ziel ist es, 2020 ein zusätzliches Seenotrettungsschiff zu entsenden, wie es bei der Vorstellung des Bündnisses am 3. Dezember in Hamburg hieß. Es soll von der Organisation „Sea Watch“ betrieben werden.

Vorstandsvorsitzender des Trägervereins ist der EKD-Cheftheologe Thies Gundlach

Das Bündnis wird von dem gemeinnützigen Verein „Gemeinsam Retten“ (Hannover) getragen. Dessen Vorstandsvorsitzender ist der EKD-Cheftheologe und Vizepräsident des EKD-Kirchenamtes, Thies Gundlach (Hannover).

Sein Stellvertreter, Michael Schwickart von Sea Watch, sagte bei der Vorstellung des Bündnisses in Hamburg, dass „United4Rescue“ großen Zuspruch erfahren habe. Er sei überzeugt, dass es eine Möglichkeit gebe, das Sterben im Mittelmeer zu beenden, wenn der politische Wille da sei: „Solange das nicht der Fall ist, müssen wir handeln.“

Wie es auf der Internetseite des Bündnisses (united4rescue.com) heißt, werden hochseetaugliche Schiffe, die für professionelle Rettungseinsätze geeignet sind, ab einer Million Euro angeboten. Der genaue Kaufpreis für das Schiff, das das Bündnis kaufen werde, sei noch nicht bekannt. Ziel sei, dass das Schiff im Frühjahr 2020 auslaufen könne. Es werde unter deutscher Flagge fahren.

„United4Rescue“ unterstütze die zivile Seenotrettung „aus Spenden und Fördermitteln von Personen und Organisationen, die helfen wollen“. Man wolle vor allem dort helfen, wo akut Geld für Rettungseinsätze fehle. Einzelpersonen können das Bündnis ab sofort durch eine Fördermitgliedschaft oder mit Einzelspenden unterstützen.

Bündnispartner sind bislang unter anderen die Berliner Stadtmission, das freikirchliche Berlinprojekt, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), der CVJM, die Deutsche Seemannsmission, die Evangelisch-reformierte Kirche, die Evangelische Kirche im Rheinland, die EKD, der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche und die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF).

Bürgermeister von Palermo: Alle vernetzen, die Menschenleben retten wollen

Bei der Vorstellung in Hamburg sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), dass das Bündnis Verantwortliche in Europa in die Pflicht nehmen wolle, das Sterben im Mittelmeer zu beenden, und dazu beitragen wolle, Menschen zu retten.

Über die Spendenaktion habe jeder die Möglichkeit, diese Ziele zu unterstützen. Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) zufolge leisten die Seenotrettungsorganisationen im Mittelmeer Großes.

Der Bürgermeister aus dem sizilianischen Palermo, Leoluca Orlando, sagte im Hamburg, man müsse alle vernetzen, die Menschenleben retten wollten. In Palermo seien alle Mitglieder der internationalen Rettungsorganisationen mit ihren Schiffen und Flugzeugen willkommen.

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