Donnerstag • 17. Januar
Pakistan
18. Dezember 2018

Hilfsorganisationen mussten Arbeit einstellen

Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus. Foto: pixabay.com
Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus. Foto: pixabay.com

Islamabad (idea) – Die Regierung von Pakistan hat 18 internationalen Hilfsorganisationen die Arbeit in dem Land verboten. Betroffen ist auch das christlich-humanitäre Kinderhilfswerk World Vision. Es sei Anfang Oktober aufgefordert worden, seine Tätigkeit innerhalb von 60 Tagen zu beenden, erklärte die Pressesprecherin von World Vision, Iris Manner (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Das Werk habe diese Frist eingehalten und bis zum 30. November intensiv daran gearbeitet, die verbliebenen Projekte für Kinder, Familien und Gemeinden abzuschließen oder zu übergeben. Offiziell werde das Verbot mit einer fehlenden Registrierung begründet. Die Regierung hatte es World Vision und anderen Hilfsorganisationen bereits im Dezember 2017 angedroht. Das Innenministerium hatte dazu erklärt, dass deren Tätigkeiten über ihren Auftrag hinausgegangen seien. World Vision habe sich in den folgenden neun Monaten erfolglos darum bemüht, das Verbot abzuwenden, erklärte Manner. Den Organisationen sei mitgeteilt worden, dass sie sich nach sechs Monaten wieder um eine Registrierung bewerben könnten. World Vision ist nach eigenen Angaben seit 2005 in Pakistan tätig gewesen. Schwerpunkte waren Hilfseinsätze nach Katastrophen und Entwicklungsprojekte zur Verbesserung von Bildung, medizinischer Versorgung und der Ernährungssituation. In den letzten drei Jahren seien rund 800.000 Menschen unterstützt worden.

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Menschenrechtler: Schrumpfende Toleranz des pakistanischen Staates

Nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ gehört das Vorgehen der pakistanischen Regierung zu einer breit angelegten Strategie, die Bürgerrechte weiter einzuschränken. Es sei ein Zeichen für den enger werdenden Raum für freie Aktivitäten und für die schrumpfende Toleranz des pakistanischen Staates, erklärte Pressereferent Wolfgang Büttner (Berlin) gegenüber idea. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.

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