Samstag • 15. Juni
Pfingstkonferenz
10. Juni 2019

Neue Leitung beim Hilfswerk AVC

v. l.: Der neue Leiter des christlichen Hilfswerks AVC, Eduard Schmidt, und der neue Geschäftsführer und stellvertretende Leiter Friedhelm Ernst. Foto: AVC Deutschland
v. l.: Der neue Leiter des christlichen Hilfswerks AVC, Eduard Schmidt, und der neue Geschäftsführer und stellvertretende Leiter Friedhelm Ernst. Foto: AVC Deutschland

Nidda (idea) – Das christliche Hilfswerk AVC – Aktion für verfolgte Christen und Notleidende mit Sitz im mittelhessischen Nidda hat eine neue Doppelspitze. Vor den über 600 Teilnehmern der Pfingstkonferenz von 8. bis 11. Juni übergab der bisherige Leiter des Werks, Pawel Sturz (Bad Nauheim), die Führung an Eduard Schmidt (Nidda). Der aus Polen stammende Sturz (65) hat AVC elf Jahre geleitet und wurde nun in den Ruhestand verabschiedet. Nach eigenen Angaben kehrt er in seine Heimat zurück. Der 39-jährige Schmidt war seit 2016 Geschäftsführer und stellvertretender Leiter des Hilfswerks. Er wurde in Usbekistan geboren. Seine Familienangehörigen erlebte dort Verfolgung und Haft, weil sie Christen waren. Schmidt dankte seinem Vorgänger für seine unermüdliche Arbeit. Ihm zufolge hat die Arbeit von AVC drei Schwerpunkte: Das Werk wolle Jesus in Ländern bekannt machen, in denen Christenverfolgung herrscht, Gemeinden an Orten gründen, wo es noch keine gibt, und Menschen unterstützen, die auch materiell Not leiden. Zukünftig wolle er schauen, dass man sich verstärkt auf die Gebiete konzentriere, an denen alle drei Schwerpunkte zusammenkommen, so Schmidt. Neuer Geschäftsführer und stellvertretender Leiter ist Friedhelm Ernst (Erlangen). Der 62-Jährige war zuvor für den Bereich Katastrophen- und Entwicklungshilfe verantwortlich.

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Südsudan: Da wo Chaos ist, sind auch Möglichkeiten

Ein ehemaliger Muslim, Pastor B. (Name aus Sicherheitsgründen gekürzt), berichtete auf der Konferenz über seine Arbeit im überwiegend muslimisch geprägten nordostafrikanischen Sudan. 2013 musste er aufgrund seines Glaubens und seinen verbotenen missionarischen Aktivitäten von dort in den Südsudan fliehen: „Obwohl ich gefoltert worden war, war meine Vision für den Sudan nicht gestorben: Den Menschen dort das Evangelium bringen.“ Ungeachtet seines offiziell verhängten Einreiseverbots gründet er nach eigenen Angaben seit 2014 heimlich Gemeinden in der Grenzregion im Sudan und bildet einheimische Evangelisten aus. Gleichzeitig helfe sein Team durch soziale Projekte wie Hungerhilfe oder den Bau von Schulen. Die Lehrer seien häufig Christen, die neben ihrer Arbeit an den Schulen auch Gemeinden gründeten. Sie alle profitierten von der fehlenden Regierungskontrolle in Teilen des Landes, denn im Sudan ringen seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Omar al-Baschir das Militär und die Opposition um die Macht: „Da wo Chaos ist, da sind auch Möglichkeiten.“

Nicaragua: Schulkinder und Eltern brauchen Seelsorge

Der Missionar Gerhard Mantei berichtete, dass die Krise in Nicaragua auch den AVC-Schulprojekten in Masatepe und Santa Teresa zu schaffen mache. Auslöser für die Auseinandersetzungen in dem zentralamerikanischen Land war eine mittlerweile zurückgenommene Ankündigung einer Reform des Rentensystems. Inzwischen fordern die Demonstranten den sofortigen Rücktritt des sozialistischen Präsidenten Daniel Ortega, was dieser ablehnt. Er wirft den Regierungsgegnern vor, einen Putsch vorzubereiten. Militärische Gegenschläge gegen Demonstranten und paramilitärische Gruppen forderten hunderte Todesopfer. Mantei zufolge benötigen viele Schüler und deren Eltern Seelsorge, weil sie Gräueltaten miterlebten. Viele verletzte Kritiker seien in den vergangenen Monaten gestorben, weil Ärzte sie nicht versorgen durften. Er selbst habe das Haus zwei Monate aus Sicherheitsgründen nicht verlassen können. Seine Ehefrau Ruth sei in ihr Heimatland Guatemala geflohen, weil sie Zeugin von Morden und Inhaftierungen geworden war. Das habe ihr psychisch sehr zugesetzt. Ein Nachbar habe ihr bei der Flucht geholfen und sei dabei getötet worden. Die Situation sei für Regierungsgegner weiterhin schlimm. Laut Mantei bitten inhaftierte Frauen ihre Mütter um die Zusendung von Kondomen, um von den Polizisten, die sie vergewaltigten, nicht schwanger zu werden. AVC wurde 1972 in Deutschland gegründet, um verfolgten Christen in den Staaten des Machtbereichs der damaligen Sowjetunion beizustehen. Das Werk gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). Es sendet Missionare aus und leistet Nothilfe unter anderem in China, Laos, Eritrea, im Iran, Südsudan und in Tansania. Darüber hinaus unterstützt es Missionare und Pastoren in 24 Ländern.

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