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08. August 2019

Liebenzeller Mission setzt sich für Menschen mit Albinismus ein

Menschen mit Albinismus werden in Malawi benachteiligt und manchmal auch verfolgt. Fotos: Daniel Namwini-Mana
Menschen mit Albinismus werden in Malawi benachteiligt und manchmal auch verfolgt. Fotos: Daniel Namwini-Mana

Bad Liebenzell (idea) – Die Liebenzeller Mission will mit Radioprogrammen Menschen mit Albinismus in Afrika helfen. Das teilte ihr Sprecher, Christoph Kiess (Bad Liebenzell), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Nachfrage mit. Menschen mit diesem Gendefekt würden in Afrika häufig diskriminiert, verfolgt und manchmal sogar getötet. Auf dem afrikanischen Kontinent seien Tausende davon betroffen. Aufgrund einer Pigmentstörung hätten sie eine weiße Haut, die sehr empfindlich und von Hautkrebs und Ausschlägen bedroht sei. Die meisten Betroffenen seien auch kurzsichtig. Früher seien Neugeborene mit fehlenden Pigmenten unmittelbar nach der Geburt getötet worden. Sie galten als von bösen Geistern besessen. Heute herrsche der Aberglaube, dass sie über besondere Zauberkräfte verfügten. Deshalb würden manche sogar ermordet, um aus ihren Körperteilen Zaubermittel und Amulette herzustellen. Allein in Malawi wurden nach Angaben von Amnesty International von 2014 bis 2016 mindestens 18 Menschen mit Albinismus getötet.

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Ehepaar aus Deutschland betreibt christlichen Radiosender

Der für die Liebenzeller Mission im südostafrikanischen Malawi tätige Missionar Paul Kränzler klagt, dass die Regierung scheinbar machtlos sei. Hier helfe der christliche Radiosender „L“. Die Sendung „Wir sind gleich“ gibt Ratschläge für Betroffene. Die Sendungen sollen sie ermutigen und ihnen signalisieren, dass sie nicht allein sind. Die Botschaft der Menschen mit Albinismus an alle Afrikaner laute: „Wir sind gleich wie ihr. Schützt uns, helft uns, so dass wir ohne Angst unter euch leben können!“ Das Ehepaar Paul und Dorothe Kränzler arbeitete bereits von 1993 bis 2006 in Malawi. Nach einem zehnjährigen Aufenthalt in Europa sind die beiden seit 2016 wieder in dem Land tätig und engagieren sich dort vor allem beim Sender „L“. Dieser strahlt sein Programm unter dem Motto „Let there be light“ („Es werde Licht“) seit Ende 2017 als erster Radiosender Malawis überwiegend in der Stammessprache der Yao aus. Die Angehörigen dieses Volksstammes sind vorwiegend Muslime und machen etwa zehn Prozent der fast 19 Millionen Einwohner Malawis aus. Laut der Liebenzeller Mission ist der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren gewachsen. Die Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Die Sendungen von Radio „L“ geben Tipps für Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung sowie zum Leben als Christ. Der Betrieb des Radiosenders ist ein Gemeinschaftsprojekt der Liebenzeller Mission und des Missionswerks „Operation Mobilisation“ (OM) mit Sitz im badischen Mosbach. Etwa 82 Prozent der Einwohner Malawis sind Christen und 17 Prozent Muslime.

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