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Kuba
03. Juli 2020

Pastor vorzeitig aus der Haft freigelassen

Der kubanische Pastor Ramón Rigal und seine Frau. Screenshot: YouTube
Der kubanische Pastor Ramón Rigal und seine Frau. Screenshot: YouTube

Washington/Frankfurt am Main (idea) – Der kubanische Pastor Ramón Rigal ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Das bestätigte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) auf Nachfrage gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

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Zum Hintergrund: Ramón Rigal und seine Ehefrau, Ayda Expósito, wurden am 16. April 2019 inhaftiert, weil sie ihre beiden Kinder zu Hause unterrichtet hatten. Diese waren aufgrund ihres christlichen Glaubens in der Schule zuvor gemobbt und misshandelt worden. Daher ließen ihre Eltern sie an einem Hausunterrichtsprogramm teilnehmen, das in Guatemala durch die dortige Regierung anerkannt ist. Die Behörden warfen den Eheleuten vor, ihre Kinder der Schulpflicht entzogen und sich außerdem einer nicht registrierten Kirche – sie gehören zur freikirchlichen „Iglesia de Dios“ (Gemeinde Gottes) – angeschlossen zu haben. Am 22. April 2019 verurteilte ein Gericht den Pastor zu zwei Jahren Haft unter harten Bedingungen und seine Frau zu 18 Monaten Gefängnis. Expósito kam Anfang April vorzeitig frei.

Für den Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin, war die Freilassung längst überfällig: „Es ist eigentlich unglaublich, dass es aufgrund des Hausunterrichts überhaupt zur Verhaftung des Ehepaares kam.“ Die Regierung habe die Familie bereits vor der Haft schikaniert und Druck auf sie ausgeübt.

Die IGFM und idea hatten das kubanische Ehepaar im Oktober 2019 als „Gefangene des Monats“ benannt und dazu aufgerufen, sich für die beiden Inhaftierten einzusetzen und zu beten. Für skandalös hält Lessenthin in diesem Zusammenhang außerdem, dass der unabhängige Journalist Roberto Jesus Quinones Haces weiterhin in Haft sitzt. Dieser hatte versucht, über den Fall der Christen zu berichten, und war wegen „Ungehorsams“ verurteilt worden.

Lessenthin zufolge zeigt dieser Fall deutlich, wie sehr die Religions- und Meinungsfreiheit in dem karibischen Inselstaat nach wie vor unterdrückt wird.

US-Kommission fordert ein Ende der Schikanen gegen die Familie

Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (Washington) begrüßte die Freilassung Rigals. Deren Mitglied James Carr erinnerte in diesem Zuge daran, dass es nicht die erste Verhaftung Rigals und seiner Frau aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen gewesen sei. „Die kubanische Regierung muss sofort aufhören, dieses Paar zu schikanieren, und allen kubanischen Eltern, einschließlich der Rigals, erlauben, ihre Kinder gemäß ihrem eigenen Glauben zu erziehen“, forderte er. Gleichzeitig rief er die kubanische Regierung dazu auf, den Journalisten Roberto Jesus Quinones Haces freizulassen.

Auf Kuba sind 60 Prozent der 11,2 Millionen Einwohner Katholiken, 30 Prozent nicht religiös und zehn Prozent Protestanten.

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