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Regionalbischöfin
08. Juli 2018

Kritik an „Glaubensbeurteilungspraxis“ im BAMF

Die Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth, Oberkirchenrätin Dorothea Greiner. Foto: Kirchenkreis Bayreuth/Heike Rost
Die Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth, Oberkirchenrätin Dorothea Greiner. Foto: Kirchenkreis Bayreuth/Heike Rost

Bayreuth (idea) – Die Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth, Oberkirchenrätin Dorothea Greiner, hat die „Glaubensbeurteilungspraxis“ im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kritisiert. Bei einer Veranstaltung in Bayreuth zum Thema „Taufe und Konversion im Asylverfahren“ berichtete sie, dass immer wieder der Glaube der vom Islam zum Christentum übergetretenen Asylbewerber in ihrem Verfahren nicht ernst genommen oder angezweifelt werde. Die begleitenden Pfarrer bei den Anhörungen seien teilweise über Beurteilungen „entsetzt“. Zudem sei der Kirche vorgehalten worden, eine „Konversionswelle“ zu fördern. Es gebe Fälle, bei denen die sogenannten „Entscheider“ im BAMF „eine christlich geprägte Identität“ vermisst oder „asyltaktisches Verhalten“ angenommen hätten. Einer habe in dem Bescheid geschrieben, der Wandel von einem nicht streng religiösen Moslem zum überzeugten Christen sei „nicht nachvollziehbar“. Diese Wertung sei „theologisch unverständlich“, so Greiner. In einem anderen Fall habe sich der Entscheider daran gestört, dass der Befragte „den Islam kritisiert und das Christentum deutlich positiv absetzt“. Da habe sie den Eindruck, dass da ein Entscheider den christlichen Glauben und einen Geflüchteten, der ihn für sich persönlich annehme, nicht schätze: „Solch eine Glaubensbeurteilungspraxis muss ein Ende finden.“ Einem anderen Konvertiten habe man geraten, falls er abgeschoben würde, seinen christlichen Glauben nach der Rückkehr in seinem Heimatland zu verleugnen. Die Regionalbischöfin fragt sich, ob in manchen Anhörungen und Gerichtsverfahren die Grenze zur Glaubensprüfung überschritten werde und ob bei manchem negativen Bescheid der Abschiebewille kräftiger sei als „der Wille zur Wahrnehmung objektiver Gefährdung des Asylsuchenden“. Es müsse zudem geklärt werden, ob als Entscheider Menschen am Werk seien, „die mit dem Christentum und dem Phänomen des überzeugten Glaubens vertraut sind“.

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