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IGFM
10. August 2020

Iran: Verfolgung christlicher Konvertiten verschärft sich

Im Iran werden christlicher Konvertiten stark verfolgt. Foto: pixabay.com
Im Iran werden christlicher Konvertiten stark verfolgt. Foto: pixabay.com

Teheran/Frankfurt am Main (idea) – Im Iran spitzt sich die Lage christlicher Konvertiten zu. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main.

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In den vergangenen Wochen seien 35 bekennende Christen verhaftet worden. Zugleich hätten Dutzende Hausdurchsuchungen stattgefunden. Vier Konvertiten wurden am 1. August wegen „Verbreitung des zionistischen Christentums“ und „Handlungen gegen die Staatssicherheit“ zu Gefängnisstrafen verurteilt: Ramin Hassanpour (fünf Jahre), Hadi Rahimi (vier Jahre) sowie Sakine Behjati und Saeede Sajadpour (jeweils zwei Jahre). Sie gehören zur Hauskirche „Kirche des Iran“.

Laut IGFM wurde die Familie des iranisch-armenischen Vorsitzenden einer Hauskirche, Joseph Shahbazian, aufgefordert, für dessen Freilassung, umgerechnet rund 150.000 US-Dollar Kaution zu zahlen (127.000 Euro). Dieser Betrag sei doppelt so hoch wie die bisher höchste Summe, die zur Freilassung eines inhaftierten Christen im Iran gezahlt wurde.

„Willkürliche Verhaftungen und die Kautionsforderungen in absurder Höhe sollen die Opfer und ihre Familien weiter unter Druck setzen und besonders Konvertiten bestrafen. Wir beobachten mit großer Sorge eine Zuspitzung der Verfolgung der Religionsgemeinschaften im Iran, die verdächtigt werden, die Mullah-Diktatur nicht zu unterstützen“, erklärte Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Die verschärfte Unterdrückung von bekennenden Christen, Baha‘i und Sufis hat nach Auffassung von Lessenthin ihre Ursache in der wachsenden Angst des Regimes vor Kritik: „Die wachsende Armut im Land und die Überforderung durch die Corona-Pandemie führen dazu, dass das Regime demonstrativ immer mehr Härte gegen Andersdenkende zeigt.“

95 Prozent der rund 84 Millionen Einwohner des Iran gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Nach Angaben des Hilfswerks Open Doors liegt die Zahl der Christen bei rund 800.000.

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