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Erdbeben und Flutwelle
02. Oktober 2018

Indonesien: 34 tote Bibelschüler in zerstörter Kirche gefunden

Bei den Erdbeben und dem Tsunami auf Sulawesi kamen nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde mindestens 1.234 Menschen ums Leben. Foto: World Vision
Bei den Erdbeben und dem Tsunami auf Sulawesi kamen nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde mindestens 1.234 Menschen ums Leben. Foto: World Vision

Jakarta/Palu (idea) – Nach der schweren Naturkatastrophe mit Erdbeben und Flutwelle in Indonesien haben Helfer in den Trümmern einer zerstörten Kirche 34 tote Bibelschüler gefunden. Laut Medienberichten starben sie im „Jonooge Church Training Centre“ auf der Insel Sulawesi südöstlich der Stadt Palu, als die Kirche nach dem Beben am 28. September von einer Schlammlawine verschüttet wurde. Wie eine Sprecherin des indonesischen Roten Kreuzes, Aulia Arriani, der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, sind insgesamt 86 Bibelschüler als vermisst gemeldet worden. Die Opferzahl könne darum weiter ansteigen. Bei den Erdbeben und dem Tsunami auf Sulawesi kamen nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde mindestens 1.234 Menschen ums Leben.

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Christlicher Pilot steuerte den letzten Flug vor dem Beben aus Palu

Gottes Bewahrung hat laut eigenen Aussagen hingegen der Pilot Ricosetta Mafella erfahren. Der bekennende Christ steuerte das letzte Flugzeug, das Palu vor der Katastrophe verlassen konnte. Wie Mafella in einer evangelischen Gemeinde in Süd-Jakarta berichtete, hat er sich bereits den ganzen Tag über unsicher gefühlt. Auf dem Flug nach Palu, von wo aus die Passagiere starten wollten, habe er deshalb zur Beruhigung lautstark Lobpreislieder gesungen. „Normalerweise summte ich nur, aber an diesem Tag wollte ich den Herrn, so gut ich konnte, preisen“, sagte er in einem Video, dass ihn in der Gemeinde zeigt. Sein muslimischer Co-Pilot habe ihm bereits scherzhaft vorgeschlagen, er solle doch eine CD mit Lobpreisliedern machen. Weil der Flughafen von zwei Gebirgszügen umgeben ist, habe er an Vers 4 im Psalm 23 gedacht: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Nach der Landung habe er seine Mitarbeiter angewiesen, nur eine 20-minütige Pause einzulegen und den Kontrollturm um Erlaubnis gebeten, bereits drei Minuten vor der vereinbarten Zeit abzuheben. Zu diesem Zeitpunkt sei es zum Erbeben gekommen. Wäre er drei Minuten später gestartet, hätte er mit den 140 Passagieren an Bord nicht mehr abfliegen können, so Mafella.

Selbstloser 21-jähriger Fluglotse starb

Der Beamte im Kontrollturm, der 21-jährige Anthonius Gunawan Agung, war kurz nach dem Start der Maschine ums Leben gekommen, als er sich mit einem Sprung aus dem Turm retten wollte und dabei schwere Verletzungen zuzog. Er hatte sich geweigert, seinen Posten zu verlassen, ehe das Flugzeug gestartet war, teilte ein Sprecher der Luftsicherheitsbehörde AirNav Indonesia mit. Für seinen selbstlosen Einsatz wird Agung in den sozialen Netzwerken als Held gefeiert. Auch das Zeugnis Mafellas wird von vielen Christen geteilt. Der Pilot betonte darin, wie wichtig es sei, auf Gottes Stimme zu hören.

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